Big Sur – California Dreaming

Ein Auto, reisehungrige Roadtripper, strahlender Sonnenschein und eine wunderschöne Küstenstraße – kommt mit auf eine Reise entlang des knapp 100km langen Küstenabschnitts Big Sur südlich von Monterey an der kalifornischen Pazifikküste.

Wenn ich früher an Kalifornien gedacht habe, hatte ich ein Bild von breiten Sandstränden, warmen Temperaturen, lässigen Surferboys und Strandschönheiten in knappen Bikinis vor Augen. Ganz klar, das ist Kalifornien – doch es ist noch so viel mehr. Heute weiß ich, wie vielseitig der Bundesstaat ist und das dazu ganz gewiss nicht nur Strand und Meer zählen, sondern auch grüne Oasen wie der Yosemite National Park oder faszinierende Wüstenlandschaften, wie die des Joshua Tree National Parks. Ganz genau weiß ich selbst nicht warum, aber auch die Küstenstraße des Golden State hatte ich mir anders vorgestellt. Vielleicht weil mir die Größe des Staates zuvor gar nicht mal so bewusst war. Doch mit einer Fläche von über 420.000 Quadratkilometern ist Kalifornien nicht nur größer als Deutschland, sondern sogar der drittgrößte Bundesstaat der USA. Die Küste erstreckt sich dabei über 1300 km und hat dementsprechend auch viel Abwechslung zu bieten.

Monterey und der 17-Mile-Drive

Die Reise beginnt in dem kleinen Küstenörtchen Monterey. Hier kann man nicht nur das weltbekannte Monterey Bay Aquarium besichtigen, sondern die schnuckelige Hafenstadt ist auch Einfallstor zum 17-Mile-Drive, eine für 10 Dollar befahrbare Straße zwischen Pebble Beach und dem Del Monte Forest, die den Besuchern insgesamt 21 Aussichtspunkte entlang der Küste und landeinwärts bietet. Das Monterey Bay Aquarium gehört zu einem der größten Schauaquarien der Welt. Mit knapp 40 Dollar ist der Eintritt zwar nicht gerade günstig, allerdings gibt es auch viel zu sehen. Neben Seeottern, vielen verschiedenen Arten an Fischen und Quallen beherbergt das Aquarium auch Haie und Pinguine. Besonders cool für die Kleinen: Kinder bis zu 13 Jahren können während eines anderthalbstündigen Kurses (120 Dollar) im Außenbecken des Aquariums Taucherfahrung sammeln.

Wer genug von der Unterwasserwelt hat, kann ab Monterey sehr gut auf den 17-Mile-Drive starten. Neben den schönen Stränden am Pazifik, wilden Felsen und der Tierwelt, fährt man auf der Panoramastraße durch Pinienwälder und an herrlichen Villen vorbei. Nett fand ich den 17-Mile-Drive, aber sicher kein Highlight unserer Route. Wenn man jedoch schon einmal in der Gegend ist, ist es auf jeden Fall lohnenswert, die Strecke in die Reiseplanung zu integrieren.

Big Sur – Ein Postkartenmotiv nach dem anderen

Der Weg ist das Ziel! Zumindest wenn man eine der beliebtesten Straßen der USA, den Highway No. 1 oder auch Pacific Coast Highway genannt, entlang cruised, die Musik aufdreht und sich hinter jeder Ecke der geschwungenen Küstenstraße auf ein Neues von der Natur verzaubern lässt. Absolut zu empfehlen ist, die Straße von Norden nach Süden zu befahren, da man nur so auf der Meeresseite fährt und dementsprechend auch eine bessere Aussicht hat. Beinahe wie in einer Filmkulisse fühlt man sich dann, wenn man die malerische Kurvenstraße entlangfährt. Da überrascht es auch kaum, dass wir bei unserem ersten Stopp gleich eine Handvoll Künstler vorfanden, die mit der Palette in der einen und dem Pinsel in der anderen Hand das wunderschöne Panorama auf der Leinwand ihrer Staffelei einzufangen versuchten. So lässt es sich leben, oder?

Als Big Sur wird der etwa 100km lange Küstenabschnitt des Highway No. 1, südlich von Carmel bezeichnet, der nicht nur für die Maler, sondern auch Hobbyfotografen wie mich unglaublich schöne Motive bietet. Eines der bekanntesten ist sicherlich die Bixby Bridge, eine 1932 eröffnete Stahlbeton-Brücke, die mit ihrem geschwungenen Bogen sicherlich schon auf so manchem Kalifornienkalender und in vielen persönlichen Urlaubsalben gelandet ist. Doch ganz gleich wo man sich auf dem Big Sur Küstenabschnitt gerade befindet, beinahe überall erwarten den Reisenden die schönsten Postkartenmotive, zum Beispiel an Stellen, wenn das tiefblaue Wasser des Pazifiks auf steile Felsen trifft oder das Meer einen wunderschönen Kontrast zum bewaldeten Gebirge darstellt. Ein persönliches Highlight war darüber hinaus, von einigen Haltepunkten entlang der Strecke Wale im Meer beobachten zu können, manche weit draußen, andere näher an der Küste. Auch wenn wir den Tieren nicht so nah kamen wie damals in Australien, finde ich es doch immer wieder beeindruckend, diese tollen Tiere in ihrer Natur erleben zu können.

Coffee with a view

Zum Schluss habe ich noch einen Tipp für die Kaffeeliebhaber oder alle, die es werden wollen. Im Café Kevah bekommt man nicht nur einen hervorragenden Milchkaffee serviert, sondern kann diesen auch noch mit einer unglaublichen Aussicht genießen. Im Restaurnat Nepenthe, zu dem das Café gehört, werden bereits seit über sechzig Jahren Gäste mit dem traumhaften Blick über die Pazifikküste belohnt und hätten wir hier mehr Zeit gehabt, hätte ich am liebsten meinen Laptop ausgepackt und auf der Stelle einen Liebesroman in die Tasten gehauen. Hach ja, Big Sur ist schon ein wirklich bezauberndes Plätzchen auf dieser Erde und wer weiß, vielleicht komme ich eines Tages wieder und lasse mich erneut von der schönen Gegend inspirieren. Dann allerdings mit ein bisschen mehr Zeit im Gepäck.

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8 Comments
    1. Hallo Moritz,

      vielen Dank für deinen Kommentar. Das mit dem Job kündigen und um die Welt reisen klingt nach einer sehr guten Idee 😉 Kalifornien sollte dabei auf jeden Fall auf deiner Liste stehen, vor allem wenn du bisher noch nicht dort warst. Wie am Meer üblich gibt’s an der Küste natürlich viel Fisch und Meeresfrüchte – wenn du kuliniarische Vielfalt erleben möchtest, kann ich dir San Francisco nur wärmstens ans Herz legen (https://jointhesunnyside.de/usa-san-francisco).

      Liebe Grüße,
      Sonja

  1. Big Sur ist wirklich unglaublich schön! Ich war 2004 zuletzt dort, das ist definitiv zu lange her. Hoffentlich klappt es nächstes Jahr mit einer Küstentour. Auf jeden Fall liebe ich die Bonbons, die Du fotografiert hast. Die sind sooo lecker und ich kaufe sie immer im USA Urlaub!

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