Ring of Kerry – Viel Wirbel um Nichts?

Roadtrip-Fakten: Tag 05

Ausflugsziel: Ring of Kerry – Skelling Islands, Skellig Ring
Gefahrene Kilometer: 118 km
Übernachtung: Kenmare

Die knapp 180km lange Panoramaküstenstraße „Ring of Kerry“ ist eines der Top-Ausflugsziele für Touristen in Irland. In den Sommermonaten ist hier so viel los, dass man die Tour am besten schon früh morgens startet, damit die Straßen noch nicht ganz so voll sind. Tatsächlich herrscht in der Hauptsaison auf der Iveragh Peninsula so viel Trubel, dass Reisebusse nur in einer Fahrtrichtung auf die Halbinsel auffahren dürfen (gegen den Uhrzeigersinn). Grund dafür sind die engen, kurvigen Straßen, auf denen zwei, sich entgegenkommende Reisebusse wohl kaum beide Platz fänden. Doch ist der Hype um den „Ring of Kerry“ überhaupt berechtigt oder kann man die Panoramastraße beim Roadtrip durch Irland auch getrost links liegen lassen?

Viel Wirbel um Nichts?

Ein bisschen skeptisch war ich schon als wir, aus dem Norden kommend, auf den Ring of Kerry auffuhren. Nach der wundervollen Zeit und der atemberaubenden Natur auf der Dingle Halbinsel, konnte ich mir nicht vorstellen, dass irgendetwas diesen Ausflug überhaupt noch toppen könnte. Auf der anderen Seite wurden dem Ring of Kerry sicher nicht ohne Grund mehrere Seiten in meinem Reiseführer gewidmet und nicht umsonst gilt die Panoramastraße als der heimliche Star der fünf Halbinseln im Südwesten des Landes. Irgendetwas muss die Scharen an Touristen ja jedes Jahr anlocken, dachte ich mir, während ich mit dem Herzen und den Gedanken noch immer bei der schönen Dingle Halbinsel war. Doch diese sollte ich schneller vergessen als mir lieb war, denn der erste Programmpunkt des Tages, eine „Bootstour zu den Skellig Islands“, ließ mir nicht viel Zeit, in Erinnerungen zu schwelgen. Da es über diese Bootstour zu den zwei kleinen Inseln – die jedem Star Wars Fan seit Episode VII als der Ort bekannt sind, an dem Rey Luke Skywalker am Ende des Filmes ausfindig macht – jedoch so einiges zu berichten gibt, wird dieser bald ein ganz eigener Blogbeitrag gewidmet. Soviel kann ich allerdings schon einmal verraten: das war die abenteuerlichste Bootstour meines Lebens! Ebenfalls abenteuerlich, aber viel entspannter wartete nach der Rückkehr und in der schönen Nachmittagssonne sodann jedoch auch schon die Küstenstraße auf uns, nachdem wir aus dem kleinen Fischerdorf Portmagee auf den sogenannten „Skellig Ring“ auffuhren.

Wenn man ganz genau ist, gehört der „Skellig Ring“ jedoch gar nicht zum „Ring of Kerry“, sondern stellt einen eigenen Rundweg dar, der die Städte Portmagee, Ballinskelligs und Waterville verbindet. Angeblich fahren dort keine Reisebusse, was ich noch nicht so ganz glauben kann. Insbesondere, da der Aussichtspunkt, der ab Portmagee ausgeschildert ist, komplett neu wirkte (als sei er erst wenige Wochen zuvor erbaut worden) und auch der Parkplatz schien groß genug für gleich mehrere Reisebusse. Tatsächlich sahen wir an diesem Tag nur wenige Touristen dort, was aber auch daran liegen mag, dass unser Roadtrip in der Nebensaison stattfand und die Straßen generell sehr leer waren.

Skellig Islands – Aus der Ferne auch ganz schön!

Wie so oft findet man die schönsten Plätzchen nicht in den herkömmlichen Reiseführern und wären auch wir der Anleitung im Buch strikt gefolgt, hätten wir womöglich den spektakulären Blick verpasst, der sich uns von dem Viewpoint aus auf die Skellig Islands bot. Um auf die Aussichtsplattform zu gelangen muss man hier ein paar wenige €€ Eintritt zahlen. Nicht der Rede wert, wenn man bedenkt, was für eine tolle Aussicht man dafür erhält. Steile Klippen, grün bewachsene Felsen, tosendes Meer und in der Ferne die Skellig Islands, die ganz ruhig im Atlantik liegen. Dort ließen sie sich von der Sonne anstrahlen, die sich ihren Weg durch die Wolken erkämpft hat. Lange bleiben wir auf der Anhöhe, genießen die Aussicht auf das Meer, das an diesem Tag so ruhig zu sein scheint. Wem ich dort oben erklären wollen würde, dass wir bereits eine sehr schaukelige, abenteuerliche Bootstour auf eben genau dieser friedlich aussehenden Wasseroberfläche hinter uns gebracht haben, derjenige hätte mir wahrscheinlich den Vogel gezeigt. Doch wenn ich während des Roadtrips bereits etwas gelernt habe, dann, dass sich das Wetter in Irland in Sekundenschnelle von strahlendem Sonnenschein zu Weltuntergang ändern kann. So könnt ihr auf den Fotos ganz gut erkennen, wie der Himmel immer weiter aufklarte, wobei zwischen den einzelnen Bildern gerade mal wenige Minuten liegen. Beschweren möchte ich mich jedoch nicht, denn mit dem Wetter hatten wir in Irland wirklich sehr viel Glück und auch den restlichen Ring of Kerry konnten wir mit strahlendem Sonnenschein befahren.

Ring of Kerry – Schön wie ein Gemälde

Auf dem Weg Richtung Kenmare, einem kleinen Ort, in dem wir uns für nachts bereits eine Unterkunft gemietet hatten, wurden wir auf der Fahrtstrecke einmal mehr daran erinnert, wie schön Irland doch ist. Die Natur überraschte uns hier mit weißen Stränden, grünen und gelben Feldern und natürlich der schönen Küstenstraße, die – nun gut, gebe ich es eben zu – auf jeden Fall zu Recht einen Platz in den Reiseführern ergattert hat. Wunderschön ist es hier, keine Frage, auch wenn mir persönlich die Dingle Peninsula trotzdem noch ein kleines bisschen besser gefallen hat. Doch auch der Ring of Kerry könnte einem Gemälde entsprungen sein, so schön verlaufen hier die Farben der Landschaft in der Ferne und wenn ich malen könnte, hätte ich womöglich schon längst meine Staffelei ausgepackt. Stattdessen versuche ich euch das Gemälde in Worte zu fassen und träume mich zurück an diesen wunderschönen Ort. Denn das ist er, der Ring of Kerry. Ein Ort zum Träumen und Natur-Bestaunen, zum Durchatmen und den Fernblick genießen. Ein bisschen wehmütig versuchte ich schon hier, so lange wie möglich in die Weite zu schauen. Viel zu schnell würden mich die Straßen und Hochhäuser zu Hause wieder umschließen. Weit weg von Irland, der Natur. Und dem Ring of Kerry – um den ganz zu Recht so ein großer Wirbel gemacht wird.

4 Comments
    1. Vielen Dank 🙂 Der Ring of Beara hat mir auch sehr gut gefallen! Am schönsten fand ich allerdings trotzdem die Dingle Peninsula. Da ich ohnehin in der Nebensaison da war, war es überall recht ruhig 🙂

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