Wie man aus dem Mittelalter nach Hogwarts kommt – und das an einem Tag!

Roadtrip-Fakten: Tag 01

Ausflugsziele: Clonmacnoise, Cliffs of Moher
Gefahrene Kilometer: 156 km
Übernachtung: Doolin

Spätestens nachdem mir eine gute Freundin vor zwei Jahren Fotos ihres Auslandssemesters in Nordirland gezeigt hatte, wusste ich, dass ich dort unbedingt auch einmal hin muss. Um ehrlich zu sein, hatten mich ihre Erzählungen und Bilder damals total überrascht, denn Irland stand zwar schon länger einmal auf meiner Reiseliste, doch dass es dort wirklich so atemberaubend schön sein würde, hatte ich selbst damals noch nicht erwartet. Aus dem Plan, noch im selben Jahr dorthin zu reisen, wurde zwar dann leider doch nichts. Dafür hatte ich aber seitdem nun schon eine umso längere Phase der Vorfreude auf die grüne Insel, über die ich erstaunlicherweise auch in der Zwischenzeit kaum etwas von Bekannten oder Freunden gehört hatte. Das kann nur daran liegen, dass viele dort bisher anscheinend noch nicht waren oder das Land für eine mögliche Reise eventuell nicht “auf dem Schirm” haben. Denn eines ist sicher, jeder der schon einmal dort war, würde wahrscheinlich genau wie ich, jedem der es hören möchte, von diesem wunderschönen Fleckchen Erde in den höchsten Tönen vorschwärmen.

Ein rasanter Start auf der “falschen” Seite

Wie ich euch ja bereits in meinem letzten Blogbeitrag erzählt hatte, standen mir für den Roadtrip durch Irland nur 8 Tage zur Verfügung. Da das Land allerdings sehr klein ist, kann man bereits an einem Tag größere Strecken zurücklegen und viele Stopps an unterschiedlichen Ausflugszielen einlegen. Nach der Ankunft in Dublin ging es direkt los in Richtung Athlone, wo die Klosteranlage “Clonmacnoise” auf dem Programm stand. Also ab ins Auto und losfahren, oder? Aber Moment mal, ganz so easy ist es dann irgendwie doch nicht, denn an eines muss man sich natürlich erst einmal vorsichtig gewöhnen: den Linksverkehr. Auch wenn ich selbst das Fahren auf der “falschen Seite” noch sehr gut aus Australien kannte, sollte man natürlich trotzdem immer sehr aufmerksam sein. Insbesondere wenn es darum geht, sich am Anfang auf den ungewohnten Straßen zurecht zu finden oder wenn man “falsch herum” in den Kreisel einfahren muss.

Der Weg zur besagten Klosterruine bot sich zum “Üben” dabei eigentlich ganz gut an. Denn fast genau in der Landesmitte gelegen, führt die Autobahn von Dublin aus bis nach Ahtlone selbst und ab dort geht es weiter auf einer für Irland so typische enge Landstraße. Auf diesen Straßen muss man teilweise wirklich vorsichtig sein. Warum? Das werde ich euch noch ausführlicher in einem extra Blogbeitrag mit nützlichen Tipps für eure bevorstehende Irlandreise verraten.

Clonmacnoise – Einmal ins Mittelalter, bitte!

Auch wenn es sich bei der Klosteruine “Clonmacnoise” im County Offaly um eine der besucherreichsten Sehenswürdigkeiten Irlands handelt, muss ich gestehen, dass ich die Ruine auf dem Weg zu meinem eigentlichen Ausflugsziel des Tages – die Cliffs of Moher an der Westküste des Landes – als Zwischenstopp eingebaut hatte, da sie ohnehin auf dem Weg lagen. Jetzt kann ich dazu allerdings nur sagen: zum Glück! Denn die Überbleibsel der Klosteranlage Clonmacnoise, deren Ursprünge ins 6. Jahrhundert zurückgehen, sind wirklich sehr beeindruckend. In der Mitte des 6. Jahrhunderts von St. Ciaran gegründet, entwickelte sich das Kloster mit der Zeit zu einem Religions- und Bildungszentrum, das Gelehrte aus aller Welt anzog. Ab dem 12. Jahrhundert n. Chr. wurde die Klosteranlage jedoch, u.a. von den Wikingern und den Normannen, immer wieder angegriffen und schlussendlich sodann von Cromwell so sehr verwüstet, dass nur noch der Verfall blieb. Die Überreste ergeben heute eine tolle Kulisse und es ist schon sehr beeindruckend durch die geschichtsträchtige Ruine zu spazieren.   

Eintritt: 6 €
Öffnungszeiten: 10.00 bis 18.00 Uhr

Cliffs of Moher – Nicht nur was für Harry Potter Fans

Tja, wie schaffe ich jetzt den Sprung von der Klosteruine aus dem Mittelalter in unsere Zeit, in der man Filme über Quidditch-spielende Zauberlehrlinge schaut? So fernliegend sind die beiden Themen eigentlich gar nicht, denn Irland diente aufgrund der tollen Landschaft bereits vielen Filmen als Drehort. Bei einer Sehenswürdigkeit wie der mystisch wirkenden Klosterruine konnte ich mir nur allzu gut vorstellen, dass diese in einem Film wie “Harry Potter” sicher eine spektakuläre Kulisse abgegeben hätte. Doch die Wahl fiel nicht etwa auf Clonmacnoise, sondern vielmehr auf das nächste Ausflugsziel, das an diesem Tag auf meinem Reiseprogramm stand – die Cliffs of Moher. Im Film “Harry Potter und der Halbblutprinz” wurden die Klippen nämlich für die Szene verwendet, in der Harry und Dumbledore auf einen, den Klippen vorgelagerten, Felsen apparieren und sich bei der Suche nach dem Hocrux in eine Höhle begeben (die Szene könnt ihr hier noch einmal ansehen).

Die imposanten Steilklippen im Südwesten des Landes standen ganz weit oben auf meiner Irland-Bucketlist. Gerade mal zwei Stunden von Clonmacnoise entfernt gelegen, erreichten wir die kleine Hafenstadt Doolin am späten Nachmittag, um dort gleich auf das Boot aufzusteigen, das uns zu den berühmten Klippen brachte. Direkt am Wasser gelegen, gibt es einige Touranbieter, die sich von den Preisen nicht wirklich unterscheiden. Die einstündige Fahrt kostete 15 €, nicht gerade viel wenn man bedenkt, was man dafür zu Gesicht bekommt: eine Kulisse, die ihresgleichen sucht! Jedem, der vor Ort ist, kann ich nur absolut empfehlen, sich die Klippen nicht nur von oben anzuschauen. Der Blick “von unten” auf die 214m hohen, sich über Kilometer erstreckenden Klippen ist atemberaubend. Wahnsinn, wie steil die Felswände aus der Bootsperspektive über einem emporragen.

Mit zahlreichen Fotos im Gepäck ging es nach der Bootstour dann aber natürlich auch nochmal hinauf zu einem der Aussichtspunkte. Nicht weniger beeindruckt von dieser Perspektive, fanden sich dann bestimmt noch einmal genauso viele Fotos auf meiner Speicherkarte ein. Kein Wunder, denn die Cliffs of Moher sind ein wirklich imposantes Ausflugsziel, das meines Erachtens auf keiner Reise im Südwesten des Landes fehlen sollte!

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