Schritt für Schritt zum Praktikum in den USA (Gastbeitrag)

Die liebe Sabrina von Smiles From Abroad absolviert derzeit ein Praktikum in Los Angeles und verbringt traumhafte Tage im kalifornischen Sunshine State – Doch der Weg zum Praktikum in den USA ist nicht immer einfach, sondern oftmals sehr aufwändig und zeitintensiv. In einem Gastbeitrag auf der Sunny Side erklärt sie uns heute Schritt für Schritt, wie man einen Praktikumsplatz in den USA findet, welche Vorbereitungen getroffen werden müssen und was es bei der mühsamen Visumsbeantragung zu beachten gilt.

Wer in Amerika arbeiten möchte und nicht unbedingt an einem Aupair-Job interessiert ist, hat die Möglichkeit, ein Praktikum anzunehmen. Soweit ich das mitbekommen habe gibt es hier allerdings Beschränkungen. Man muss das Praktikum innerhalb von einem Jahr nach Studienende beginnen, sonst muss man als Trainee ins Ausland und Trainees müssen für mindestens 12 Monate in Amerika bleiben.

Das Praktikum finden

Leider ist es nicht leicht, als Ausländer eine Praktikumsstelle zu bekommen. Viele Firmen wollen keine Ausländer weil ihnen das mit dem Visum zu kompliziert ist.

Praktikum bei einer amerikanischen Firma finden

Wer viel Zeit hat, kann damit beginnen, im Internet nach Praktikumsjobs zu suchen. Am besten startet man damit, die Internetseiten zu durchforsten, wo Stellenanzeigen ausgeschrieben werden. Craigslist, looksharp und indeed sind beispielsweise solche Seiten.

Das Problem mit der Bezahlung und dem Geld

Sobald man nach Praktikumsstellen sucht, muss man leider geknickt feststellen, dass die meisten der Praktika unbezahlt sind. Dazu muss ich gleich vorweg sagen: Falls ihr ein unbezahltes, oder auch ein schlecht bezahltes Praktikum annehmt, dass ihr dann einiges an Geld angespart haben müsst. Zimmer/Wohnungen sind in den Großstädten extrem teuer, ohne Auto kommt ihr in vielen Regionen nicht sehr weit und das Visum kostet auch gleich mal knappe 1000 Euro.

Europäische Firma in Amerika

Es gibt natürlich auch die Möglichkeit, bei einer europäischen Firma im Ausland zu arbeiten. Beispiele gibt es hier einige, die Bezahlung ist meist besser, die Kollegen europäisch und der ganze Prozess wahrscheinlich einfacher. Wenn man eine Firma findet, die das zulässt, ist das natürlich toll.

Hilfe einer Agentur in Anspruch nehmen

Wer schon etwas Stress hat oder einfach nicht genug Mut, Lust, Zeit, um selbst ein Praktikum zu suchen, kann sich von einer Agentur helfen lassen. Es gibt einige Vermittlungsagenturen, die einem durch den gesamten Ablauf helfen und mit vielen Firmen in Amerika in Kontakt sind. Ich habe mich aus Zeitgründen für diese Variante entschieden, da ich von insgesamt knapp 30 Bewerbungen für (bezahlte) Praktika nur eine Antwort bekommen habe.

Wenn ihr euch bei einer Vermittlungsagentur bewerbt und mit dieser die Suche startet, kann ich empfehlen, dass ihr dahinter bleibt und immer wieder mal anruft und nachfragt, wie es aussieht. Teilweise sind die Mitarbeiter in diesen Vermittlungsagenturen wenig motiviert, euch wirklich aktiv zu helfen, wenn ihr nicht nachfragt, zumindest war das bei mir der Fall. Wäre ich nicht so hartnäckig gewesen, wäre ich wohl jetzt nicht in Amerika.

Die Bewerbung

Der Lebenslauf

Der amerikanische Lebenslauf ist etwas anders als der europäische, nämlich in umgekehrter Reihenfolge (neueste Jobs oder Studien zuerst). Tipp: Wer immer noch im europäischen Lebenslauf die Grundschule/Volksschule vermerkt hat, sollte diese auf jeden Fall entfernen.

Für mich, die zum Teil eine Designausbildung abgeschlossen hat, war es sehr komisch, dass ich meinen durchgestylten Lebenslauf dann sehr strikt darstellen musste. Die Amerikaner mögen den Lebenslauf sehr schlicht und am besten schwarz-weiß. Ich konnte mich von meinen Farben und gewissen Designelementen nicht trennen und wollte auch etwas hervorstechen, aber dennoch war der Lebenslauf, im Vergleich zu denen, die ich von Europa kenne ziemlich langweilig.

Das Interview

Die Firmen in Amerika wollen den Praktikaten natürlich auch kennenlernen, weshalb ich mit den Firmeninhabern bzw. Mitarbeitern ein Skype-Gespräch geführt habe. Die Gespräche laufen sehr ähnlich ab wie in Europa, man kann mit allen möglichen Fragen rechnen. Was definitiv gefragt wird: der Grund, warum man nach Amerika gehen will, was man sich vom Praktikum erwartet und was man lernen will.

Vorbereitungen

Visumssponsor finden

Wer sich für ein selbst gefundenes Praktikum entscheidet, muss eine Firma suchen, die das J1-Visum ausstellt. Das Visum bekommt man nur über sogenannte Sponsorfirmen. Wer das Praktikum über eine Agentur plant, dem hilft die Agentur dabei, bzw. ist die Agentur vielleicht selbst ein Visa-Sponsor. Für das Visum müsst ihr Kosten in Höhe von ca. 1000 Euro einrechnen.

Dokumente, Dokumente, Dokumente

Wenn euch dann endlich eine Firma eine Zugabe gegeben hat, kommt viel Dokumentenkram auf euch zu, bis ihr das J1-Visum am Schluss in den Pass kleben könnt.

  • Reisepass: aktuell, darf nicht im nächsten halben Jahr auslaufen
  • DS2019: Das Visumsdokument wird von der Visa-Sponsor-Firma ausgestellt und muss vorher von euch und dem Firmeninhaber unterschrieben werden.
  • Internship Placement Plan: Den Plan muss der Firmeninhaber ausfüllen und dort angeben, was ihr lernen werdet im Praktikum.
  • Mit den Dokumenten, einem Reisepassfoto und eurem Reisepass müsst ihr dann zur amerikanischen Botschaft in eurem Land, um euer Visum eintragen zu lassen. In Österreich gibt es eine Botschaft in Wien, in Deutschland zB in München, Berlin und Frankfurt.
  • Versicherung: Für das Praktikum benötigt ihr eine Krankenversicherung, die für das J1-Visum zugelassen ist. Die müsst ihr im Vorhinein abwickeln. Eine normale Reisekrankenversicherung gilt übrigens nicht.

Das J1-Visum

Das Visum ist für die gesamte Praktikumsdauer + 30 Tage davor und danach gültig. Wird euer Praktikum abgebrochen (ihr kündigt, Chef kündigt euch, ihr werdet krank, etc.), dann müsst ihr mit sofortiger Wirkung nach Europa fliegen, weil das Visum in diesem Fall verfällt. Mit dem J1-Visum ist es außerdem nicht erlaubt, nebenbei noch einen anderen Job anzunehmen.

Unterkunft, Flug und sonstige Transportmittel buchen

Sobald alles fix ist, solltet ihr euch um eine Unterkunft kümmern. Leider ist es, wenn man sich nicht vor Ort befindet, nicht ganz so einfach, eine Unterkunft zu finden. Hier kann ich aber auch wieder Craigslist empfehlen, bzw, habe ich mein Zimmer über Couchsurfing gefunden.

Packen, Abschied nehmen und die Reise antreten

Und zu guter Letzt könnt ihr euch in aller Ruhe noch vorbereiten, den Koffer packen, von allen Leuten verabschieden und dann am Flughafen sagen

Tschüss Europa, Hallo neue Heimat Amerika.“

To-Dos in Amerika

Leider muss man auch in Amerika noch ein paar Sachen erledigen:

  • Sim-Karte: Wer es ganz entspannt angehen will, kann sich die Sim-Karte nach Europa liefern lassen. Bei meiner Vermittlungsagentur habe ich die Sim-Karte und einen speziellen Vertrag bekommen. Wenn ihr ohne Sim-Karte nach Amerika kommt, könnt ihr diese in jedem Shop kaufen. Die bekanntesten Anbieter sind T-Mobile und AT&T. Rechnet mit relativ hohen Preisen (ca. 40 USD pro Monat).
  • Social Security Card: Nach einigen Tagen in Amerika müsst ihr euch für eine Social Security Number anmelden, über die alles mit den Steuern läuft. Dazu gibt es ein Dokument, das man online ausfüllen muss, man benötigt eine Bestätigung von der Firma, dass man wirklich dort angestellt ist und Pass und Visum sind natürlich Pflicht!
  • Bankkonto eröffnen: Zur Bezahlung vom Praktikum benötigt ihr ein amerikanisches Konto. Es gibt einige verschiedene Banken, ich habe mein Konto zum Beispiel bei Chase eröffnet. Mitnehmen solltet ihr: Reisepass und weiteren Ausweis (zb Führerschein), Visum und eine Bestätigung, dass ihr an eurem Wohnort wohnt. Ich habe keinen Mietvertrag oder sonstige Dokumente, die das nachweisen, deshalb musste ich von meinem Arbeitgeber eine Bestätigung ausstellen lassen.

Falls ihr noch Fragen habt, könnt ihr euch gerne bei mir melden.

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