Ist Los Angeles eine Reise wert?

Als größte kalifornische Stadt beherbergt Los Angeles fast 4 Millionen Einwohner. Vor meinem Trip in die Stadt der Engel hatte ich bereits von verschiedenen Seiten gehört, dass L.A. nicht unbedingt den Preis für die schönste der amerikanischen Städte gewinnen würde. Viele Ecken seien dreckig, teilweise heruntergekommen und der Glamour der Filmmetropole sei ohnehin seit langem schon nicht mehr dort zu spüren. Eines wurde mir jedoch von jedem, der schon dort war, mitgeteilt: Gesehen haben sollte man Los Angeles auf jeden Fall einmal!

“People cut themselves off from their ties of the old life when they come to Los Angeles. They are looking for a place where they can be free, where they can do things they couldn’t do anywhere else.”
– Tom Bradley –

Ich glaube Los Angeles ist eine dieser Städte, die man entweder mag oder nicht mag. Um ehrlich zu sein, würde ich mich eher zu der letzteren Gruppe zählen. Auch wenn ich es super interessant fand, die vielen berühmten Orte endlich mal mit eigenen Augen betrachten zu können, so hat mir die Stadt an sich einfach nicht in dem Maße gefallen, dass ich mir beispielsweise vorstellen könnte, dort einmal zu leben. Dazu muss ich aber auch sagen, dass ich nur wenige Tage in L.A. verbracht habe und das natürlich niemals ausreichen kann, um ein aussagekräftiges Urteil über eine so große Stadt wie Los Angeles fällen zu können. Aber vielleicht bin ich ja eines Tages noch einmal dort und habe die Chance, mich doch noch von L.A. begeistern zu lassen.

In meinem kleinen Travel Diary möchte ich euch heute einige Orte vorstellen, die auf meiner Reiseliste standen.

Walk of Fame

Okay, okay – ein Klassiker. Aber seien wir mal ehrlich: Um einen Spaziergang über den Walk of Fame auf dem Hollywood Boulevard kommt man beim Trip nach Los Angeles eigentlich nicht umhin, oder? Mich hat der Walk of Fame wenig begeistert und das obwohl ich selbst ein riesiger Filmfan bin. Zahlreiche Namen einiger der begnadetsten Schauspieler der Welt reihen sich hier über 18 Häuserblöcke aneinander, nur damit die viel zu vielen Touristen sie im wahrsten Sinne des Wortes mit Füßen treten können. Schade, wie ich finde. Ein bisschen mehr Glamour hatte ich erwartet und den hätten die großen Namen des Showbusiness meines Erachtens auch verdient. Interessant zu sehen war für mich allerdings das Dolby Theatre, in dem seit 2002 jährlich die Oscarverleihung ausgetragen wird. 

Griffith Observatory

Südlich des Mount Hollywood im Griffith Park gelegen, befindet sich das Griffith Observatory in 300 Metern über der Stadt. Jedem der eine Reise nach Los Angeles plant, kann ich einen Ausflug zu dem Observatorium nur empfehlen, das sich neben wissenschaftlichen Ausstellungen und dem Planetarium insbesondere durch eines auszeichnet: dem sagenhaften Blick über ganz Los Angeles und auf das Hollywoodzeichen. Empfehlenswert: bereits am Nachmittag den Berg erklimmen und den Tag ganz gemütlich während des Sonnenuntergangs ausklingen lassen.

Beverly Hills

Man könnte fast meinen, die Nobelwohngegend „Beverly Hills“ sei für Touristen eher weniger interessant, da die Sicht auf die prachtvollen Villen der Schönen und Reichen (verständlicherweise) oftmals durch hohe Zäune oder Steinmauern versperrt ist. Das hält aber anscheinend einige Tourveranstalter nicht davon ab, gleichwohl Bustouren anzubieten, die die Wohnhäuser einiger Stars abfahren. Auch am Straßenrand werden Karten verkauft, auf denen die Häuser der Stars eingezeichnet sind. Ich selbst bin kein großer Fan solcher Touren, da ich den Reiz dahinter nicht wirklich nachvollziehen kann. Woran ich jedoch großen Spaß habe, ist, mir moderne Architektur anzusehen und so stand Beverly Hills, quasi als Zwischenstopp auf dem Weg zum Griffith Observatory, gleichwohl auf der Reiseroute. Warum das hügelige Beverly Hills dabei so viele Stars und Sternchen anzuziehen scheint, kann man bei der Spazierfahrt durch den Stadtteil gut nachvollziehen, da man von dort einen tollen Blick über die Stadt genießen kann und es hier doch vergleichsweise sehr ruhig ist.

Santa Monica und Venice Beach

Kalifornien ist berühmt für seine lange Küstenfront und tolle Sandstrände. Der in ca. 30 Minuten von Los Angeles zu erreichende, 4,5 km lange, Venice Beach zählt zu einen von ihnen. Dabei ist die mit zahlreichen Souvenirläden und -ständen sowie dem berühmten Muscle Beach ausgestattete Strandpromenade ein absoluter Touristenmagnet, denn hier ist jeder irgendwie verrückt, freaky und ausgefallen. Gut in Erinnerung geblieben ist mir beispielsweise ein älterer Herr im Country-Style, der auf einem Klappstuhl saß und auf den ein Schild zeigte, das die Aufschrift “Shitty Advice – $ 1” trug. Erfolg schien er mit seinem kleinen Geschäftsmodell zu haben, da allein drei Personen für seinen Rat bezahlten, während der wenigen Minuten, die ich Zeit hatte ihn zu beobachten.

Mein Highlight in Venice: der wenige Straßen landeinwärts gelegene Stadtteil “Venice Canal Historic District”, dem ihr unbeding einmal einen Besuch abstatten müsst, wenn ihr vor Ort seid Von Venedig inspiriert, durchziehen dieses Viertel einige wunderschön angelegte Kanäle, die ein absolutes Kontrastprogramm zu der doch recht trashigen Strandpromenade darstellen.

Wer Lust auf ein bisschen Bewegung hat, dem kann ich den Strandspaziergang bis zum Santa Monica Pier empfehlen, den man von Venice Beach aus zu Fuß in knapp 50 Minuten erreicht.

Fazit

Wie bereits eingangs beschrieben, hat mich Los Angeles absolut nicht vom Hocker gehauen, was aber womöglich auch ein wenig daran liegen mag, dass die Westküste der USA so unfassbar schöne andere Ausflugsziele zu bieten hat. Nichtsdestotrotz kann ich nur sagen, dass es gleichwohl äußerst interessant war, Los Angeles einmal „live und in Farbe“ gesehen zu haben. Gerade wenn man einen Roadtrip durch den Westen der USA plant, ist L.A. meines Erachtens ein sehr guter Ausgangs- und/oder Zielort, den es sich lohnt für ein, zwei Tage zu erkunden, viel länger allerdings nicht.

Ward ihr schon mal in Los Angeles? Wie hat es euch dort gefallen?

10 Comments
  1. Ich seh´s genau wie Du. Einzelne Orte sind sehr schön, Santa Monica gefällt mir z.B., aber übernachten kann man da wegen der hohen Preise auch nicht. Hollywood finde ich schrill. Muss man gesehen haben, aber wie Du schon schreibst: Glamour sucht man vergebens.
    Gesehen haben sollte man LA schon, wenn man im Westen der USA unterwegs ist. Mehr als ein bis zwei Nächte (eher eine) würde ich nicht dort verbringen, es sei denn, es steht noch ein Vergnügungspark auf dem Plan.

    1. Vielen Dank für deinen Kommentar, Silke 🙂 Interessant, dass du auch erstmal “aus der Stadt raus musstest”, um etwas zu finden, dass dir richtig gefallen hat. So war es bei mir ja auch. Hätte ich das Canal District in Venice nicht entdeckt, hätte allein Venice Beach mit der verrückten Strandpromenade wahrscheinlich auch wieder nicht so einen guten Eindruck hinterlassen.

  2. Schön, wie unverfällscht und ehrlich dein Bericht ist. Er gibt einen guten Eindruck davon, was man von Los Angeles erwarten kann. Die Fotos gefallen wir sehr gut, sie sind dir echt toll gelungen!
    Liebe Grüße,
    Sabine

  3. Ach ich mag Los Angeles sehr! 🙂 Aber Du hast absolut recht, entweder man liebt oder man hasst diese Stadt. Ich habe mich auch erst bei meinem dritten Besuch so richtig wohl gefühlt. Aber auch gerade deswegen, weil wir die klassischen Touristen-Ziele links liegen lassen haben. Ich liebe Manhattan Beach und die Beach Cities im Allgemeinen. All die Orte, wo man eigentlich gar nicht vermutet in dieser mega City zu sein 😉
    Deine Fotos sind aber mal wieder sehr schön.
    Herzliche Grüße
    Sophia
    http://miss-phiaselle.com/

    1. Danke erst einmal für das liebe Foto-Kompliment, Sophia 🙂
      Ich stimme dir da voll und ganz zu, kann mir vorstellen, dass man Los Angeles mehrmals erkunden muss, um den “richtigen” Eindruck von der Stadt zu bekommen. Beim ersten Besuch wollte ich natürlich die ganzen Touri-Ziele auch auf der Liste haben. Aber mal schauen, wie es dann beim nächsten Mal aussieht 😉

  4. Hallo nochmal 🙂

    Jetzt genau umgekehrt wie in San Francisco: Über Los Angeles hatte ich viel schlechtes gehört und fand es nachher echt ne Reise wert. (Wahrscheinlich hat das was mit der Erwartungshaltung oder meiner Liebe für’s widersprechen zu tun…) Meine absolute Lieblingsgegend war der Arts District. Wie Brooklyn vor zehn Jahren. Nicht, dass ich damals dort gewesen wäre, aber hab ich jetzt paar mal so gehört und klingt plausibel 😉

    Die Venice Canals haben mir genauso gut gefallen wie dir!

    Liebe Grüße
    Jocy

    1. Irgendwann würde ich vielleicht auch noch einmal hin. Nicht unbedingt direkt in den nächsten Jahren, aber wenn sich eventuell nochmal ein bisschen was verändert hat in der Stadt 🙂

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