Mit dem Fahrrad durch Köln

Köln ohne Fahrradfahrer? Kaum vorstellbar! Warum also nicht einfach mal ganz Köln-like ein Fahrrad ausleihen und die Stadt auf zwei Rädern erkunden? Denn was viele sicher nicht wissen, Köln ist grün! Und wie! Unzählige Grünflächen erstrecken sich durch und rund um die Stadt am Rhein. Einige von diesen bei schönem Wetter mit dem Fahrrad zu erkunden, ist nicht nur eine nette Möglichkeit die Stadt abseits des üblichen Touriwahnsinns kennen zu lernen, sondern macht obendrein auch noch richtig Laune! Auf der Sunny Side zeige ich euch heute eine Beispielroute für eure Fahrradtour durch Köln.

Fahrrad ausleihen – aber wo?

Wer sein eigenes Fahrrad nicht gleich nach Köln mitbringen kann/möchte oder erst gar kein eigenes besitzt, der kann sich ganz einfach eines ausleihen. Gute Erfahrungen habe ich in Köln beispielsweise schon mit dem „Call a bike“-Service der Deutschen Bahn gemacht. Fast überall in der Stadt findet man die DB Fahrräder und kann sich diese nach einer kurzen Anmeldung super easy gleich mit dem Smartphone ausleihen. Voraussetzung ist zwar die Registrierung auf der Homepage, danach kann man den Service allerdings deutschlandweit nutzen. Nicht ganz kostenlos, aber bezahlbar. Eine Preisübersicht gibt’s hier

Ein vergleichbarer Fahrradservice wird in Köln ebenfalls von den Kölner Verkehrsbetrieben (KVB) angeboten. Auch hier ist die Online-Registrierung kostenlos und man kann die Fahrräder im gesamten Bediengebiet ausleihen. Eine Übersicht der Preise ist hier zusammengefasst. 

Ebenfalls möglich ist natürlich das Ausleihen eines Fahrrads bei den herkömmlichen Fahrradverleihen der Stadt (so z.B. bei Colonia Aktiv oder Radstation Köln). Der (kleine) Nachteil bei einem solchen Verleih ist allerdings, dass man die Fahrräder nach der Nutzung wieder an einem bestimmten Ort zurückgeben muss, bei den o.g. Fahrradservices ist die Rückgabe mehr oder weniger im gesamten Nutzungsgebiet möglich, was natürlich den Vorteil hat, dass die Fahrradtour nicht dort starten muss, wo sie enden soll.

Einmal durch das grüne Köln

Ist die Fahrradfrage dann geklärt, kann es auch schon los gehen mit der Tour durch das grüne Köln. Doch wo genau soll es überhaupt hingehen? Auf meiner Beispielroute führe ich euch vom Hauptbahnhof einmal rund um den Kölner Süden bis hin zu den Poller Wiesen auf der anderen Rheinseite und wieder zum Bahnhof zurück:

Strecke: ca. 15 km
Schwierigkeitsgrad: simpel
Gefälle: überwiegend flach

Vom Stadttrubel in die grüne Oase

Vom Hauptbahnhof aus geht es geradewegs zum Inneren Grüngürtel, denn im Grünen radelt es sich doch gleich viel schöner, nicht wahr? Als Kölner Grüngürtel werden die planmäßig angelegten Grünflächen verstanden, die sich in Halbkreisform um die Kölner Innenstadt ziehen. Wenn man mal auf die Karte schaut, kann man besonders gut sehen, wie grün die Stadt doch tatsächlich ist. Vom Bahnhof bis zum Inneren Grüngürtel sind es mit dem Fahrrad gerade mal zehn Minuten. Dann schon entkommt man dem Großstadttrubel und landet inmitten einer riesigen Grünfläche. Den Inneren Grüngürtel folgt man am besten in südlicher Richtung bis man zum Aachener Weiher gelangt. Gerade im Sommer tummeln sich die Kölner hier gerne, auch viele Studierende erfeuen sich des kleinen Naherholungsgebiets unweit der Universität Köln, weshalb der Hiroshima-Nagasaki-Park, der den Weiher umgibt auch stets sehr belebt ist. Sogar einen Biergarten findet man hier direkt am Wasser – so lässt sich das Kölsch doch ganz gut genießen!

Lindenthaler Kanäle

Weiter geht es Richtung Clarenbachstraße zu den  Lindenthaler Kanälen. Die hübsch anzuschauenen Wasserbecken sind von alleeartigen Spazierwegen umgeben. Über die Brucknerstraße gelangt man weiter zum Rautenstrauchkanal und der hübschen Gartenanlage am Karl-Schwering-Platz. Südlich der Kanäle findet sich übrigens der Kölner Stadtwald, deren grüne Verbindungsstraße zur Stadt diese Kanäle darstellen sollten – so zumindest lautete der Wunsch nach Fertigsstellung des Stadtwalds im 19. Jahrhundert. Doch es dauerte bis nach dem Ersten Weltkrieg als der damalige Oberbürgermeister Konrad Adenauer diese Idee wieder aufgriff und in Köln eine ähnliche Kanalstraße errichten wollte wie sie Düsseldorf mit der Königsallee besitzt.

Über die Südstadt zum Wasser

Nun steht eine etwas längere Fahrtstrecke in östliche Richtung über Teile von Köln Sülz bis hin zur Südstadt an. Ganz nett finde ich bei solchen Touren durch teilweise reines Wohngebiet, dass man ein Feeling dafür bekommt wie unterschiedlich die einzelnen Kölner Veedel sind und wie jedes seinen ganz eigenen Flair aufweisen kann. In der Kölner Südstadt angekommen kann man hier ganz nett durch den Volkspark radeln und danach entlang der Rolandstraße und Teutoburger Straße mit ihren hübschen Häuserfassaden immer weiter in östliche Richtung fahren, bis man schließlich ans Wasser gelangt. Einen Abstecher sollte man hier allerdings unbedingt noch in den Friedenspark machen – ebenfalls eine besonders hübsch angelegte Parkanlage.

Picknick auf den Poller Wiesen

Nun heißt es: die Rheinseite wechseln! Unweit des Friedensparks findet ihr den Treppenaufgang zur Südbrücke, über die ihr auf die andere Rheinseite gelangt. Einen Aufzug für den Transport eures Fahrrad gibt es hier leider nicht, sodass ihr es entweder tragen oder über die dafür vorgesehene Treppenschiene hochschieben könnt oder aber – falls ihr ein DB- oder KVB-Rad ausgeliehen habt – das Fahrrad einfach wieder an einer Rückgabestation zurückgeben und euch auf der anderen Rheinseite wieder ein neues ausleihen. Schon allein der Blick von der Südbrücke über den Rhein, die Kranhäuser, Poller Wiesen und den Dom ist eigentlich einen Ausflug wert. Die Grünfläche am rechtsrheinischen Rheinufer werden von den Kölnern nicht nur gerne als Naherholungsgebiet genutzt, vor allem im Sommer finden hier auch viele coole Events wie Open Air Festivals und Konzerte statt. Auf der Fahrradtour bieten sich die Poller Wiesen perfekt für eine kleine Verschnaufpause an: für ein Picknick oder ein kleines Päuschen im Gras, während dessen man das Rheintreiben beobachten und den Blick auf die Krankhäuser und die Kölner Skyline genießen kann.

Über die Hohenzollerbrücke zurück zum Hbf

Von den Poller Wiesen aus wird dann das letzte Stück der Fahrradtour durch Köln angetreten. Fast durchgängig kann man nun am Wasser entlang und mit einem tollen Blick auf Köln die letzten wenigen Kilometer bis zu den Deutzer Freitreppen und der Hohenzollernbrücke zurücklegen. Über die berühmte Brücke mit den Schlössern gelangt man dann auch zurück auf die andere Rheinseite und erreicht mit dem Hauptbahnhof somit wieder den Ausgangspunkt der Fahrradtour!

Köln mit dem Fahrrad erkunden – Wäre das etwas für euch?

4 Comments
  1. Das ist auch mal eine schöne Möglichkeit Köln kennen zu lernen – und es ist schön, dass auch einmal weniger bekannte Ecken vorgestellt wurden.
    Hab noch einen schönen Abend und einen guten Start in die neue Woche,

    Mimi

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