Im Zentrum der Macht – Washington, D.C.

Ein bisschen ehrfürchtig ist man dann schon, wenn man auf einmal im „Zentrum der Macht“ steht, das muss ich schon zugeben. Nach Washington wollte ich immer schon einmal, habe ich die amerikanische Hauptstadt doch schon so oft in Filmen, Serien oder im Fernsehen gesehen. Gefühlt fast kein Tag vergeht in Deutschland, an dem man nicht Nachrichten aus dem politischen Dreh- und Angelpunkt der USA hört. Umso interessanter ist sie dann auch für mich, meine erste Reise nach Washington, D.C.

Washington, D.C. – Unerwartet anders

Doch selbst wenn sich hier Politiker bis in die frühen Morgenstunden den Kopf über Gesundheitsreformen, Sozialpläne und Arbeitsbeschaffung zermartern, selbst wenn hier der mächtigste Mann der Welt hinter den wohl berühmtesten dicken weißen Mauern wohnt, selbst wenn man das Gefühl haben könnte, die Stadt sei ein absoluter Hochsicherheitstrakt. Washington D.C. ist überraschend anders als all das, was ich mir je vorgestellt hatte. Vielleicht ist dies Serien wie “House of Cards” oder “Designated Survivor” geschuldet, in denen es selbstverständlich immer hoch hergeht und man das Gefühl bekommt, in Washington werden die Lügen und Intrigen bis ins kleinste Detail geplant und die Stadt erlebt fast jeden Tag auf ein Neues die actionsreichsten Szenaieren. Selbstverständlich sind dies Szenen die im Sinne der größten Unterhaltungskunst für den Zuschauer aufbereitet sind. Doch nichtsdestotrotz stellt sich Washington mir so ganz anders vor. Beinahe ruhig wirkt die Stadt auf mich als ich auf den Treppen desjenigen Gerichtes sitze, in dem tagtäglich einige der wichtigsten Entscheidungen Amerikas getroffen werden und in dem Geschichte geschrieben wird. Von diesen Treppen des Supreme Courts aus blicke auf die Kuppel des Kapitols, welches sich gleich gegenüber befindet und hinter dem sich die Sonne langsam aber sicher für diesen Tag verabschiedet. Washington hat einen ganz anderen Flair, eine ganz anderes Tempo als ich es mir vorgestellt habe. Das ist überraschend, aber keinesfalls im negativen Sinne. Mit den altehrwürdigen Gebäuden, der repräsentativen „National Mall“ – die sich über 4,8km vom Kapitol über das Washington Monument bis hin zum Lincoln Memorial erstreckt – und dem mächtigsten Mann der Welt als wohl berühmtesten Einwohner, verdient Washington zweifelsohne den Titel der Hauptstadt. Auch vermittelt die Stadt auch das Feeling einer Großstadt, gleichwohl merkt man trotzdem kaum, dass hier über eine halbe Millionen Menschen leben und wie groß die Stadt somit tatsächlich ist. Das mag vor allem daran liegen, dass man in Washington Wolkenkratzer vergeblich suchen wird und die vielen Grünflächen, auf denen sich tagsüber zahlreiche Studenten oder adrett gekleidete Mitarbeiter von Ministerien oder den Sehenswürdigkeiten der Stadt tummeln, den Eindruck vermitteln als sei es hier beinahe idyllisch.

Washington Kapitol

Kulturelle Highlights

Washington hat viele kulturelle Highlights zu bieten, die man während der Reise dorthin auch in den vollsten Zügen auskosten sollte. Ob nun Museumsbesuche, historische Denkmäler oder der Besuch des Kapitols, im folgenden habe ich euch einige meiner Reisetipps für euch aufgelistet.

Tour durch das Kapitol

Das Kapitolgebäude kann und sollte man während der Washington Reise besuchen. Während der kostenlosen (!) geführten Tour erfährt man nicht nur einiges über das hübsche Gebäude selbst, sondern auch über das US-amerikansiche Politsystem und was genau die Legislative nur wenige Meter von den öffentlichen Tourbereichen Tag für Tag hinter verschlossenen Türen entscheidet.

Kapitol Washington

Im Kapitol in WashingtonEine geführte Tour durch das Kapitol lohnt sich. Super informativ und noch dazu kostenlos!

Kapitol Washington im Winter

Kapitol Washington

White House

Dass ein Besuch des Weißen Hauses während der Reise nach Washington nicht fehlen darf, versteht sich von selbst. Touren werden zwar angeboten, jedoch erfolgt die Anmeldung nur auf Empfehlung eines US Kongressabgeordneten. Einen Blick auf das berühmteste Gebäude der USA kann man aber zumindest auch von den Besucherzäunen aus betrachten.

The White House

Besuch des Washington Monuments

Beinahe allgegenwärtig wirkt der weiße Obelisk, der inmitten der „National Mall“ und gegenüber des Weißen Hauses positioniert ist. Grundsätzlich kann man das Washington Monument sogar besuchen und dabei den Besucherraum gleich unter der Spitze betreten (aktuelle Infos s. weiter unten). Von dort oben hat man einen sagenhaften 360°-Blick über die gesamte Stadt. Für mich ein Highlight der Washingtonreise. Nicht nur das White House kann man von hier oben aus einer ganz ungewohnten Perspektive betrachten, auch auf das Kapitol und das Lincoln Memorial hat man einen ganz neuen Blickwinkel.

  • Info: Leider werden zurzeit Bauarbeiten an dem sich im Obelisken befindenden Aufzug vorgenommen, der 2016 immer wieder technische und elektrische Probleme bereitete. Die Aussichtsplattform des Obelisken ist demnach derzeit gesperrt.

Aussicht auf Lincoln Memorial

Na das nenn’ ich mal eine Aussicht. Der Blick vom Washington Momument auf die National Mall ist sagenhaft.

Washington Monument

Washington Monument Highlight Washington

Washington Highlights weisses haus

Sieht von hier oben auf einmal gar nicht mehr so groß aus das Weiße Haus, nicht wahr?

Washington Highlights weisses haus

National Mall von oben

Blick auf das Kapitol vom Washington Momument aus!

Kapitol Washington

Ausblick Washington Momument

Lincoln Memorial

Beinahe grimmig ist Abraham Lincolns Gesichtsausdruck auf der zu seinen Ehren errichteten Statue im „Lincoln Memorial“. Das am westlichen Ende der National Mall gelegene, mit seinen 36 dorischen Säulen im griechischen Stil gehaltene Memorial ist für Besucher frei zugänglich und ist einen Ausflug auf jeden Fall wert. Der 16. US-amerikanische Präsident thront als Statue unter den Worten „In this temple, as in the hearts of the people for whom he saved the Union, the memory of Abraham Lincoln is enshrined forever.“ und soll als Symbol für Einheit, Stärke und Weisheit dienen.

Abraham Lincoln

Lincoln Memorial bei Nacht

Abraham Lincoln

Washington Monument bei Sonnenschein

Air and Space Museum

Wenn man ein Air und Space Museum besucht, dann aber bitte in Amerika, oder nicht? Das National Air und Space Museum in Washinton, D.C. sollte dabei auf jeden Fall ganz oben auf der Auswahlliste stehen. Viel erfahren kann man hier über die Anfänge der amerikanischen Luftfahrt und deren Entwicklung über Ballonfahrten bis hin zu Passagierflugzeugen wie wir sie heute kennen. Dass auch die Raumfahrtsgeschichte der USA hier bei Apollo und Co. nicht zu kurz kommen dürfen ist klar und alles in allem kann man in diesem tollen Museum wirklich informative, interessante Stunden verbringen. Der Eintritt ist übrigens kostenlos und das Museum hat jeden Tag im Jahr bis auf den 25. Dezember geöffnet.

Air and Space Museum Washington

Washington Museen

Thomas Jefferson Memorial

Und noch ein Memorial, dass es sich zu besichtigen lohnt. Durch einen Stausee von der National Mall getrennt, liegt das Thomas Jefferson Memorial südlich des Lincoln Memorial. Das zu Ehren des 3. amerikanischen Präsidenten errichtete Denkmal ist herrschaftlich gebaut und berhebergt in die Wände eingravierte Reden und Schriften Thomas Jeffersons. Die Statue seiner selbst steht inmitten des in runder Form errichteten Memorials.

Jefferson Memorial

Jefferson Memorial

Supreme Court

„Equal justice under law“ rankt in großen Lettern über dem Eingang zum Supreme Court in Washington, D.C. Das oberste Gericht der Vereinigten Staaten bietet zwar keine geführten Touren an, aber das Gebäude kann man auch so betreten. Zudem werden 30-minütige Vorträge angeboten, in denen Dozenten den Besuchern das amerikanische Rechtssystem etwas näher bringen.

Supreme Court Washington

Reisebloggerin Sunny Side

Supreme Court Washington DC

Gerne wieder

Washington hat mich überrascht und das positiv. Ich kann mir sehr gut vorstellen noch einmal wieder zu kommen. Neben einigen weiteren Museumsbesuchen würde ich dann vor allem auch gerne den Stadtteil Georgetown gesuchen, über den ich nun bereits so viele tolle Geschichten gehört und gelesen habe.

  • Tipp: Wer einen Trip nach Washington plant, sollte unbedingt mal hier vorbeischauen. Die amerikanische Hauptstadt hat eine Vielzahl an kostenlosen oder vergünstigten Attraktionen/Sehenswürdigkeiten zu bieten, sodass die Reisekosten recht niedrig gehalten werden können.

Washington Monument

2 Comments
  1. Nicht zu vergessen dass das Smithsonian Air and Space Museum auch noch einen zweiten Standort am Flughafen Washington Dulles hat. Dort steht zum Beispiel das Discovery Space Shuttle. Eintritt ebenfalls frei und es wert einen längeren Zwischenstop am Flughafen einzulegen

Leave a Reply

Your email address will not be published.

Join The Sunny Side auf Instagram
Tweet Tweet
JOIN THE SUNNY SIDE ON YOUTUBE