San Francisco: Meine Highlights und warum die Stadt mein Herz (noch) nicht erobert hat

Artikel aktualisiert am 20.10.2026

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San Francisco – die Stadt der Künstler, der Ideen, der Golden Gate Bridge und der Cable Cars. Kalifornische Metropole, kreativer Hub, das Zentrum der Innovation? Kennst du das, wenn man das Gefühl hat, eine Stadt irgendwie schon zu kennen, weil man das ganze Leben lang bereits so viele Erzählungen von so vielen unterschiedlichen Menschen darüber gehört hat?

Genau das Gefühl hatte ich, als ich in der Abenddämmerung San Francisco erreichte und mir die oben genannte Vorstellung darüber im Kopf herumschwirrte. Doch bei keiner anderen Stadt hätte folgendes Zitat besser gepasst:

„It’s better to see something once, than to hear about it a thousand times.“

Denn man kann so viel gehört haben wie man will, am Ende des Tages können alle Erzählungen der Welt nicht mit den eigenen Erlebnissen und den Eindrücken übereinstimmen, die man dort sammelt und die das eigene Bild von der Stadt schärfen.

Für San Francisco hatte ich dabei vergleichsweise viel Zeit auf meinem USA-Westküsten-Roadtrip eingeplant, denn wir wollten die Stadt nicht nur auf die Schnelle kennenlernen, sondern auch ein wenig abseits der klassischen Sehenswürdigkeiten unterwegs sein. San Francisco hat schließlich so viel zu bieten, dass ich dir für einen ersten Besuch mindestens drei, besser noch vier Tage empfehlen würde.

Und tatsächlich hat mich San Francisco an vielen Stellen begeistert. Die Golden Gate Bridge beispielsweise ist noch einmal deutlich beeindruckender, als ich es mir vorgestellt hatte, und auch die verschiedenen Stadtviertel, das gute Essen und die entspannte Atmosphäre haben mir sehr gefallen. Trotzdem hat es die Stadt nicht ganz geschafft, mein Herz zu erobern. Warum das so ist, welche Sehenswürdigkeiten ich dir besonders empfehlen kann und was du bei deiner Reiseplanung beachten solltest, verrate ich dir in diesem Artikel.

San Francisco auf einen Blick: Für deinen ersten Besuch würde ich dir drei bis vier Tage empfehlen. Besonders sehenswert sind die Golden Gate Bridge, die historischen Cable Cars, die Lombard Street, die Painted Ladies und die ganz unterschiedlichen Stadtviertel. Einen Ausflug nach Sausalito würde ich ebenfalls einplanen. Innerhalb der Stadt brauchst du keinen Mietwagen, öffentliche Verkehrsmittel und Spaziergänge sind häufig praktischer.

Tipp: Du planst einen Roadtrip durch den Westen der USA? In meinem Artikel zur USA-Westküsten-Rundreise findest du meine komplette Route für 25 Tage mit den wichtigsten Stopps und einer kürzeren Variante für drei Wochen.

San Francisco Sehenswürdigkeiten: Die Klassiker

Da ich zuvor noch nie in San Francisco war, durften die typischen Sightseeing-Highlights auf meiner To-do-Liste natürlich nicht fehlen.

Für den ersten Überblick haben wir übrigens eine klassische Hop-On/Hop-Off-Bustour unternommen, die ich in San Francisco auch wirklich empfehlen kann. Man bekommt einen super ersten Eindruck von der Stadt und die klassischen Sightseeing-Highlights kann man damit ebenfalls direkt gut abdecken. Gerade weil San Francisco so unglaublich hügelig ist, kann das eine schöne Alternative zu langen Fußmärschen sein.

Golden Gate Bridge – Absolutes San Francisco Highlight

Allem voran natürlich das Wahrzeichen der Stadt. Schon unzählige Male auf Fotos gesehen, hätte ich nicht gedacht, dass mich die Brücke dann „live und in Farbe“ doch noch einmal so sehr vom Hocker reißt. Aber zugegebenermaßen ist das einfach eine unglaublich beeindruckende Brücke, deren Größe sich einem erst richtig offenbart, wenn man einmal davor, darauf oder in einem gewissen Abstand stehend darauf hinabsieht.

Den schönsten Aussichtspunkt auf die Golden Gate Bridge und die Stadt fand ich übrigens denjenigen von der Conzelman Road aus in der Golden Gate National Recreation Area. Dort oben kann es zwar schon einmal ganz schön windig sein, doch der Blick auf die Brücke ist einfach nur wunderschön!

Wenn du diesen berühmten Blick ebenfalls genießen möchtest, solltest du dir die Marin Headlands auf der Nordseite der Golden Gate Bridge merken. Entlang der Conzelman Road gibt es mehrere tolle Aussichtspunkte, zu den bekanntesten gehört Battery Spencer. Von hier blickst du aus erhöhter Position auf die Brücke und dahinter auf die Skyline von San Francisco. Gerade an gut besuchten Tagen kann es voll werden und an den steilen Kliffkanten solltest du Absperrungen unbedingt respektieren.

Über die Golden Gate Bridge kannst du auch super mit dem Fahrrad fahren. Natürlich kannst du ebenso gut mit dem Auto darüber fahren oder zu Fuß über die Brücke spazieren.

Gut zu wissen: Fußgänger dürfen den östlichen Gehweg der Golden Gate Bridge nutzen. Die Öffnungszeiten unterscheiden sich je nach Jahreszeit. Für Radfahrer gelten teilweise andere Wege und Regeln. Informiere dich vor deinem Besuch auf der offiziellen Website. Mit dem Auto ist die Fahrt Richtung Norden mautfrei, auf dem Rückweg nach San Francisco wird eine elektronische Maut erhoben. Bei Mietwagen solltest du die Abrechnung vorher klären.

Blick auf die Golden Gate Bridge und die Bucht von San Francisco

Cable Cars – einmal durch die hügeligen Straßen fahren

Auch ein Cable Car Ride stand selbstverständlich auf meinem San Francisco Reiseprogramm. Wir entschieden uns für die Powell-Hyde-Linie, die von Downtown quer durch die Stadt fährt, unter anderem an der Lombard Street vorbei bis in die Nähe von Fisherman’s Wharf.

Auf den Außenplätzen des Cable Cars stehend hat die Fahrt super viel Spaß gemacht. Über einige der steilsten Hügel der Stadt ging es in gar nicht mal so langsamer Geschwindigkeit hoch und runter und hoch und runter. Ob das sicherheitsrechtlich in Deutschland überhaupt erlaubt wäre? Keine Ahnung, aber die Fahrt war wirklich lustig und noch dazu hatte man von manch einem steilen Hügel aus eine klasse Aussicht über die Stadt.

Cable-Car-Tickets: Eine Einzelfahrt kostet im im Oktober 2026 9 US-Dollar, unabhängig von der Zahl der Stationen. Ab Januar 2027 ist eine Erhöhung auf 12 US-Dollar vorgesehen. Wer häufiger fährt, kann einen Visitor Passport nutzen. Der Tagespass kostet im Oktober 2026 15 US-Dollar und gilt auch in Muni-Bussen, der Muni-Metro und historischen Straßenbahnen, nicht aber für BART. Die jeweils aktuellen Tarife findest du bei der SFMTA.

Mein Tipp: Wenn du nur eine einzige Cable-Car-Fahrt unternehmen möchtest, würde ich die Powell-Hyde-Linie wählen. Die Strecke führt durch schöne Straßen und bietet tolle Ausblicke.

Historisches Cable Car auf den Straßen von San Francisco

Fisherman’s Wharf & Pier 39 – lohnt sich der Besuch?

Oh ha! Fisherman’s Wharf hat mich persönlich wenig begeistert, denn die Gegend um die Küstenstege, die in die Bucht San Franciscos hineinragen, war mir dann doch zu sehr auf Tourismus ausgelegt, was leider auch die Touristenströme erklärte, die hier schon auf uns warteten.

Zahlreiche Restaurants mit viel zu teuren Preisen und Souvenirshops mit kitschigen Accessoires. Meines Erachtens nicht unbedingt der Reise wert. Ganz nett war allerdings der Blick auf Alcatraz vom Pier 39 aus.

Trotzdem gehört Fisherman’s Wharf natürlich zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten San Franciscos und gerade beim ersten Besuch kann man dort durchaus einmal vorbeischauen. Rund um den Pier 39 findest du neben Restaurants und Geschäften auch die berühmten Seelöwen auf ihren schwimmenden Holzplattformen. Wie viele Tiere gerade zu sehen sind, hängt unter anderem von der Jahreszeit ab. Und wenn du Lust auf einen kulinarischen Klassiker der Stadt hast, halte nach einer Clam Chowder Ausschau – einer cremigen Muschelsuppe, die häufig in einem ausgehöhlten Sauerteigbrot serviert wird.

Meine Einschätzung: Beim ersten San-Francisco-Besuch würde ich Fisherman’s Wharf mitnehmen, aber nicht allzu viel Zeit dafür einplanen. Mir persönlich haben andere Ecken der Stadt deutlich besser gefallen.

Lombard Street – die berühmteste kurvige Straße

Die Lombard Street gehört wahrscheinlich zu einer der bekanntesten Straßen in San Francisco. Schon ulkig, dass der kurvenreiche Abschnitt der Straße zwischen Hyde Street und Leavenworth Street zu einer richtigen Touristenattraktion geworden ist. Aber nett anzusehen ist sie ja schon, die Straße mit den bunten Hortensien und den vielen S-Kurven. Daher konnten auch wir es nicht lassen und sind am Tag unserer Abreise noch einmal schnell mit dem Auto die Straße hinuntergecruised.

Der berühmte Abschnitt auf dem Russian Hill besteht aus acht engen Haarnadelkurven. Besonders schön kannst du ihn von unten fotografieren. Wenn du ohnehin mit dem Powell-Hyde-Cable-Car unterwegs bist, kannst du nahe der Kreuzung Hyde Street und Lombard Street aussteigen und von dort zum kurvigen Straßenabschnitt laufen.

Gut zu wissen: Die Lombard Street kannst du kostenlos zu Fuß besichtigen. Wenn du selbst mit dem Auto die Kurven hinunterfahren möchtest, musst du gerade in der Hauptreisezeit mit Wartezeiten rechnen.

Painted Ladies – ein echtes San Francisco Postkartenmotiv

Hach ja, die Painted Ladies. Irgendwie auch ein Wahrzeichen der Stadt, was die viktorianische Häuserreihe, die in verschiedenen Farben bunt angestrichen ist und sich am Alamo Square befindet, sicherlich auch ihren zahlreichen Auftritten in Filmen und Serien, wie beispielsweise Full House, zu verdanken hat.

Bekannt wurde der Begriff „Painted Ladies“ für die farbenfrohen viktorianischen Häuser San Franciscos insbesondere durch das 1978 veröffentlichte Buch „Painted Ladies – San Francisco’s Resplendent Victorians“ von Elizabeth Pomada und Michael Larsen. Die Häuser selbst stammen natürlich aus einer deutlich früheren Zeit.

Das berühmte Postkartenmotiv der schönen Häuserreihe mit der Skyline der Stadt im Hintergrund ist auf jeden Fall einen Ausflug wert. Mit dem Coffee to go in der Hand kann man sich hier einmal im Gras des Alamo Square Parks niederlassen und einfach den schönen Ausblick genießen. Übrigens: Die Painted Ladies erscheinen zwar im Vorspann von Full House, das eigentliche Serienhaus steht jedoch in der 1709 Broderick Street.

Die Painted Ladies, eine Reihe bunter viktorianischer Häuser am Alamo Square

Sausalito – Mein Tipp für einen Ausflug ab San Francisco

An der Bucht von San Francisco, auf der anderen Seite der Golden Gate Bridge gelegen, befindet sich die kleine Stadt Sausalito. Vom Vista Point aus hat man einen tollen Blick auf die Brücke selbst und in der kleinen Stadt kann man gemütlichen Schrittes durch zahlreiche kleine Läden bummeln, am Hafen entlangflanieren und sich in den Restaurants direkt am Wasser niederlassen.

Insgesamt war unser Ausflug dorthin super entspannt und doch recht kontrastreich zu den langen Fußmärschen, die wir an den Tagen zuvor durch das hügelige San Francisco hinter uns gebracht hatten.

Mir persönlich hat Sausalito ausgesprochen gut gefallen. Die kleinen Geschäfte, die entspannte Atmosphäre und die wunderschönen Ausblicke auf die Bucht machen den Ort zu einem tollen Ausflugsziel.

Wie kommt man von San Francisco nach Sausalito?

Wenn du mit dem Mietwagen unterwegs bist, kannst du Sausalito über die Golden Gate Bridge erreichen und den Ausflug wunderbar mit einem Besuch der Aussichtspunkte in den Marin Headlands verbinden. Alternativ ist die Fähre eine schöne Möglichkeit, die Bucht vom Wasser aus kennenzulernen. Die Golden Gate Ferry verbindet Sausalito mit dem Ferry Building in San Francisco; die Überfahrt dauert normalerweise rund 30 Minuten.

Fähre nach Sausalito: Im Oktober 2026 kostet die einfache Fahrt für Erwachsene 8,50 US-Dollar mit Clipper oder kontaktloser Bankkarte, ein reguläres Papierticket 14 US-Dollar. Fahrplan und Preise findest du bei Golden Gate Ferry. Plane am besten mindestens einen halben Tag für den Ausflug ein.

Wenn du gerne Fahrrad fährst, bietet sich auch eine Kombination an: über die Golden Gate Bridge nach Sausalito radeln und mit der Fähre zurück. Prüfe vorab die aktuellen Regeln zur Fahrradmitnahme.

Die verschiedenen Stadtviertel San Franciscos entdecken

Ob Nob Hill, Chinatown, Russian Hill, North Beach oder Mission District. Die Stadtviertel San Franciscos sind sehr verschieden und jedes für sich interessant. Lohnenswert ist es, ein wenig durch die unterschiedlichen Gebiete zu spazieren und die „Vibes“ der verschiedenen Gegenden aufzunehmen.

Wenn du durch Chinatown schlenderst, erwarten dich chinesische Geschäfte, Restaurants und die typischen roten Laternen. In North Beach geht es dagegen eher italienisch zu, während Downtown von hohen Gebäuden und geschäftigen Straßen geprägt ist. Mein persönlicher Favorit war allerdings ein ganz anderes Viertel.

Haight-Ashbury – Mein persönlicher Favorit

Besonders interessant fand ich den Streifzug durch das Viertel „The Haight“, in dem einst die Flower-Power-Bewegung ihre Hochburg errichtet hatte.

Von den Hippies der 60er ist zwar hier nicht mehr allzu viel zu sehen, allerdings ist Haight-Ashbury heute noch ein alternatives Viertel mit einem ganz besonderen Flair, das irgendwo zwischen Abfuck-Ultracoolness-und-gerade-erst-aufgestanden anzusiedeln ist.

Hier gibt es coole Vintage Shops, kleine Boutiquen und hippe Restaurants. Wer ein Mitbringsel für zu Hause sucht, der wird in den vielen individuellen Läden sicher etwas viel Spezielleres finden als beispielsweise in den zahlreichen Touristenshops an der Fisherman’s Wharf.

Gerade solche Viertel finde ich auf Reisen besonders spannend, denn hier kann man sich einfach einmal ein wenig treiben lassen, ohne ständig von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten zu hetzen.

Straßenszene in Chinatown, San Francisco

Blick auf die Innenstadt von San Francisco

Stadtansicht von San Francisco mit Straßen und Gebäuden

Essen, Essen, Essen

In keiner anderen Stadt während unseres USA-Westküsten-Roadtrips haben wir besser essen können als in San Francisco! Ganz gleich, ob man Lust auf italienisch, thailändisch, chinesisch, spanisch, Meeresfrüchte oder einen guten Burger hat, die Auswahl ist unglaublich und wenn man möchte, kann man hier an einem Tag kulinarisch gleich mehrere verschiedene Länder bereisen.

Wenn du gerne neue Gerichte ausprobierst und dich durch verschiedene Küchen probierst, wirst du in San Francisco auf jeden Fall auf deine Kosten kommen.

San Franciscans kennenlernen und das Stadtleben genießen

Die San Franciscans sind schon ein ziemlich entspanntes Völkchen, anders kann man es einfach nicht sagen. Und am meisten kann man aus der Stadt mitnehmen, wenn man sich einmal unter sie mischt und sich von deren „Laidbackness“ anstecken lässt.

Ohnehin ist mir San Francisco als sehr multikulturelle Stadt in Erinnerung geblieben. Menschen mit ganz unterschiedlichen kulturellen Hintergründen, Lebensansichten und Geschichten prägen das Straßenbild und verleihen der Stadt ihren besonderen Charakter. Gerade diese Offenheit hat mir sehr gefallen, auch wenn das Zusammenleben in einer großen Stadt natürlich nicht immer reibungslos funktioniert.

Weitere Sehenswürdigkeiten in San Francisco

Neben den Sehenswürdigkeiten, die wir auf unserer Reise selbst besucht haben, gibt es natürlich noch weitere bekannte Ausflugsziele, die vor allem bei einem längeren Aufenthalt interessant sein können.

Alcatraz – Die berühmte Gefängnisinsel

Die ehemalige Gefängnisinsel Alcatraz gehört zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten San Franciscos. Wir selbst haben die Insel während unseres Aufenthalts nur vom Pier 39 aus gesehen. Wenn du dich für Geschichte interessierst und genügend Zeit mitbringst, kann eine Besichtigung aber eine spannende Ergänzung deines Reiseprogramms sein.

Auf Alcatraz kannst du das ehemalige Hochsicherheitsgefängnis erkunden und bei einer Audiotour mehr über die Geschichte der Insel und ihrer früheren Insassen erfahren. Die Fähren starten am Pier 33. Wichtig ist, dass Alcatraz City Cruises der vom National Park Service autorisierte Fähranbieter mit direktem Zugang zur Insel ist.

Golden Gate Park und Twin Peaks

Wenn du noch etwas mehr Zeit hast, lohnt sich außerdem ein Blick auf den Golden Gate Park. Hier befinden sich unter anderem der Japanese Tea Garden, das de Young Museum und die California Academy of Sciences.

Auch Twin Peaks ist ein beliebter Aussichtspunkt mit weitem Blick über die Stadt bei guter Sicht. Diese Orte gehören nicht zu unseren damaligen persönlichen Highlights, sind für einen längeren Besuch aber eine mögliche Ergänzung.

Praktische Tipps für deine San-Francisco-Reise

Wie viele Tage sollte man für San Francisco einplanen?

Ich würde dir für San Francisco mindestens drei, besser noch vier Tage empfehlen. Gerade wenn du das erste Mal hier bist, gibt es so viele unterschiedliche Ecken zu entdecken, dass die Zeit unglaublich schnell vergeht. Wenn du nur zwei Tage zur Verfügung hast, würde ich mich auf die Golden Gate Bridge, eine Cable-Car-Fahrt, die Lombard Street, die Painted Ladies und ein oder zwei Stadtviertel konzentrieren.

Bei drei bis vier Tagen kannst du dir für die einzelnen Sehenswürdigkeiten deutlich mehr Zeit nehmen, nach Sausalito fahren oder beispielsweise Alcatraz besuchen. Ich selbst hatte mir für San Francisco mehrere Tage Zeit genommen und ich fand es rückblickend sehr schön, dass wir neben den klassischen Sightseeing-Highlights auch einfach einmal durch die verschiedenen Stadtviertel spazieren konnten.

Mein Tipp: Versuche nicht, alle Sehenswürdigkeiten möglichst schnell abzuhaken. Gerade San Francisco lebt meiner Meinung nach davon, dass man zwischendurch auch einmal ohne konkretes Ziel unterwegs ist.

San Francisco in 3 Tagen – so würde ich die Highlights aufteilen

Tag 1 – Downtown, Cable Cars und Fisherman’s Wharf: Starte am Union Square, schlendere durch Chinatown und North Beach, fahre mit der Powell-Hyde-Linie zur Lombard Street und besuche anschließend Fisherman’s Wharf mit Pier 39.

Tag 2 – Golden Gate Bridge und Sausalito: Schau dir die Brücke aus verschiedenen Perspektiven an, erkunde mit dem Auto gegebenenfalls die Marin Headlands und fahre anschließend weiter nach Sausalito. Alternativ kannst du mit dem Fahrrad über die Brücke fahren.

Tag 3 – Painted Ladies und Haight-Ashbury: Beginne am Alamo Square Park, erkunde danach Haight-Ashbury und besuche bei genügend Zeit noch den Golden Gate Park. Mit einem vierten Tag könntest du beispielsweise Alcatraz ergänzen.

Braucht man in San Francisco einen Mietwagen?

Wenn du ausschließlich San Francisco besuchen möchtest, brauchst du meiner Meinung nach keinen Mietwagen. Die Stadt lässt sich gut zu Fuß und mit öffentlichen Verkehrsmitteln erkunden. Natürlich solltest du die teils ziemlich steilen Straßen nicht unterschätzen, denn die vielen Hügel können ganz schön anstrengend werden. Mit den BART-Zügen kommst du außerdem vom San Francisco International Airport in ungefähr 30 Minuten in die Innenstadt.

Wenn du im Rahmen eines Roadtrips unterwegs bist, sieht die Sache anders aus. Wir hatten unseren Mietwagen während unseres Aufenthalts dabei und konnten beispielsweise ganz bequem nach Sausalito und zu den Aussichtspunkten nördlich der Golden Gate Bridge fahren. Allerdings sind Parkplätze in der Stadt häufig teuer, und das Autofahren ist nicht immer entspannt.

Wichtig beim Parken: Lass niemals Gepäck oder andere Gegenstände sichtbar im Auto liegen und stelle möglichst auch keine Koffer unbeaufsichtigt im Wagen ab. Weitere Hinweise zur Anmietung, Versicherung und Fahrzeugwahl findest du in meinen Mietwagen-Tipps für die USA.

Wann ist die beste Reisezeit für San Francisco?

San Francisco kannst du grundsätzlich das ganze Jahr über besuchen, allerdings unterscheidet sich das Klima deutlich von dem, was man vielleicht zunächst mit Kalifornien verbindet. Während es in anderen Teilen des Bundesstaats im Sommer sehr heiß werden kann, ist es in San Francisco häufig erstaunlich frisch und windig. Der berühmte Nebel legt sich regelmäßig über die Bucht und die Golden Gate Bridge.

Ich selbst war im August unterwegs. Gerade im Sommer solltest du deshalb auch bei Sonnenschein eine Jacke dabeihaben, denn am Wasser und an den Aussichtspunkten kann es empfindlich kühl werden. Als besonders angenehme Reisemonate gelten häufig September und Oktober, wenn die Stadt oft etwas wärmer und sonniger ist als im Frühsommer.

Mein Packtipp: Nimm Kleidung mit, die du gut übereinanderziehen kannst. Eine leichte, winddichte Jacke gehört für mich auch im Hochsommer unbedingt ins Gepäck.

Wo übernachten in San Francisco?

Übernachten in San Francisco ist nicht gerade günstig. Klar, auch hier gibt es Motels und Inns, in denen man gut übernachten kann, beispielsweise entlang der Lombard Street. Trotzdem hatte ich bei der Recherche nach einer Unterkunft das Gefühl, als wären diese hier besonders teuer im Vergleich zu den übrigen Unterkünften auf unserem Roadtrip. Ich war allerdings auch in der Hauptreisezeit im August unterwegs.

Wir haben uns letztendlich für das citizenM San Francisco entschieden, das sehr zentral am Union Square liegt.

Welche Gegend eignet sich zum Übernachten?

Wenn du San Francisco zum ersten Mal besuchst und möglichst viele Sehenswürdigkeiten erkunden möchtest, würde ich nach einer Unterkunft rund um Union Square oder in einer anderen gut angebundenen Gegend schauen. Dort hast du zahlreiche Restaurants, Geschäfte und öffentliche Verkehrsmittel in der Nähe. Achte bei der Hotelsuche allerdings auch auf die genaue Straße, denn das Umfeld kann sich bereits wenige Blocks weiter deutlich verändern.

Bei meiner nächsten Reise würde ich meine Unterkunftssuche auch einmal bis nach Sausalito erweitern. Denn hier hatte ich bereits richtige schöne Hotels entdeckt, wie z.B. das Casa Madrona Hotel & Spa.

Sausalito bietet sich vor allem an, wenn du ohnehin mit dem Auto unterwegs bist und lieber etwas ruhiger als mitten im Großstadttrubel wohnen möchtest. Du solltest allerdings bedenken, dass du für Ausflüge nach San Francisco über die Brücke fahren oder die Fähre nutzen musst. Hinzu kommen mögliche Parkgebühren und Mautkosten. Für einen klassischen Städtetrip ohne Auto würde ich deshalb eher eine zentral gelegene Unterkunft in San Francisco bevorzugen.

San Francisco – I’ll be back

San Francisco ist so eine Stadt, an die man sein Herz verlieren kann, da bin ich mir sicher. Auch wenn das bei mir bisher nicht der Fall war. Zumindest noch nicht. Die Stadt ist wunderschön und interessant, keine Frage. Vielversprechend – für meine nächste Reise dorthin.

Dann will ich länger bleiben. Am liebsten ein paar Wochen, um die Menschen besser kennenzulernen, die Lebensqualität dort richtig mitzuerleben und mir einen tiefer gehenden Eindruck von der Stadt verschaffen zu können. Vieles hat mich beeindruckt: die Offenheit der San Franciscans, die multikulturelle Gesellschaft, die Verschiedenheit der Stadtviertel und natürlich die wunderschöne Golden Gate Bridge.

Doch auch in San Francisco ist nicht alles Gold, was glänzt, und so ist mir auch einiges negativ aufgefallen. Insbesondere die für mich erschreckend sichtbare Obdachlosigkeit und Armut in manchen Gegenden der Stadt.

Als wir beispielsweise einmal eher zufällig mit dem Bus durch den Stadtteil Tenderloin fuhren, erschrak ich darüber, wie viele Menschen dort auf den Bürgersteigen lebten und wie offensichtlich schwierig ihre Lebenssituation teilweise war. Menschen, denen es augenscheinlich gesundheitlich nicht gut ging, Menschen, die auf der Straße schliefen, und andere, die offenbar dringend Unterstützung benötigt hätten. Diese Eindrücke haben mich ziemlich beschäftigt.

Sie passten so gar nicht zu dem Bild von dem künstlerischen, weltoffenen und wohlhabenden San Francisco, das ich bis dahin im Kopf gehabt hatte. Natürlich ist die Situation deutlich komplexer als das, was man während einer einzigen Busfahrt beobachten kann, und die Stadt versucht seit vielen Jahren, Lösungen für die Probleme rund um Wohnungslosigkeit, Armut und fehlenden bezahlbaren Wohnraum zu finden. Trotzdem war es für mich ein prägender Eindruck, der mir noch einmal verdeutlicht hat, wie unterschiedlich die Lebensrealitäten innerhalb einer einzigen Stadt sein können.

Doch auch das ist San Francisco. Eine Stadt mit Makeln, heruntergekommenen Ecken und Problemen, die es zu bewältigen gibt. Eine Stadt, bei der sich auch ein zweiter Blick lohnt. Vielleicht war es deshalb sogar gut, nicht nur die schönen Postkartenmotive gesehen zu haben, sondern auch eine andere Seite der Stadt kennenzulernen.

Noch hast du es nicht geschafft, San Francisco, mein Herz komplett zu erobern. Aber eines Tages werde ich wiederkommen, so viel ist sicher. Und ich freue mich schon sehr auf dich.

Warst du schon einmal in San Francisco? Wie hat es dir gefallen und welche Sehenswürdigkeiten haben dich besonders begeistert?

Häufige Fragen zu San Francisco

Welche Sehenswürdigkeiten sollte man in San Francisco unbedingt gesehen haben?

Zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten gehören die Golden Gate Bridge, die historischen Cable Cars, die Lombard Street, die Painted Ladies am Alamo Square und Fisherman’s Wharf mit Pier 39. Besonders empfehlenswert finde ich außerdem die Stadtviertel und einen Ausflug nach Sausalito.

Was kann man in San Francisco kostenlos unternehmen?

Du kannst viele bekannte Orte kostenlos besuchen: die Aussichtspunkte auf die Golden Gate Bridge, die Painted Ladies, die Lombard Street, die Seelöwen am Pier 39 und zahlreiche Stadtparks. Auch ein Spaziergang über die Golden Gate Bridge ist kostenlos.

Kann man San Francisco ohne Auto erkunden?

Ja. Viele Sehenswürdigkeiten erreichst du mit Muni-Bussen, Straßenbahnen, Cable Cars und zu Fuß. Wegen der Hügel und teilweise längeren Entfernungen empfiehlt es sich, die Besichtigungstage nach Stadtvierteln zusammenzustellen.

Lohnt sich San Francisco für einen USA-Westküsten-Roadtrip?

Auf jeden Fall. Auch wenn die Stadt mein Herz nicht vollständig erobert hat, waren viele Sehenswürdigkeiten und Erlebnisse beeindruckend. Besonders schön lässt sich der Besuch mit einer anschließenden Fahrt entlang der kalifornischen Küste verbinden.

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Wenn San Francisco Teil deiner Reise durch den Westen der USA ist, findest du auf meinem Blog noch viele weitere persönliche Erfahrungen und praktische Tipps.

24 Comments
  1. liebe Sonja,

    ich kann’s kaum glauben, dass man in San Francisco nicht sein Herz verlieren kann. Ich bin im letzten Herbst auch dort gewesen (ein paar Tage während eines Westcoast Roadtrips) und mich hat’s echt erwischt. Was für eine extrem gechillte und interessante Stadt.

    Um ehrlich zu sein: ich würde nicht nur nochmal hinfahren … ich tu’s! Im Frühsommer für eine ganze Woche. Urlaub in San Francisco. Ich freu‘ mich wie Bolle. Und bin ganz gespannt, wie uns Sausalito gefällt – das haben wir nämlich auf der TO DO – Liste. Die ist ansonsten aber zum Glück ganz kurz … OK: ein Eis oder zwei bei Ghirardellis steht auch drauf … Falls du für uns noch ein paar gute Tipps für Cafes, Bars oder Restaurants hast, freu‘ ich mich auf eine Mail.

    Wie schön, dass ich deinen Blog entdeckt habe. Das ist echt was für’s Fernweh.

    herzlichst Katrin | soulsistermeetsfriends.com

    1. Liebe Katrin,
      vielen lieben Dank für deinen netten Kommentar! 🙂 Ich möchte auch unbedingt noch einmal hin, denn großes Potenzial ist auf jeden Fall da!!
      An Restaurants kann ich dir bspw. das „Ristorante Milano“ in Russian Hill/Nob Hill empfehlen. Ein kleines schnuckeliges Lokal mit unfassbar netten Mitarbeitern und suuuper Essen. Wir hatten dort noch etwas auf unseren Tisch warten müssen und saßen bei einem Glas Wein noch eine Weile draußen vor dem Lokal an einem kleinen Tisch. Der Chef persönlich kam immer wieder nach uns gucken und hat uns ein wenig entertained.
      Im „Thai Stick at Post“ haben wir sehr gut thailändisch gegessen, das kann ich also auch empfehlen.
      Für Sausalito kann ich dir das „Barrel House Tavern“ empfehlen. Dort kann man ganz toll draußen auf dem Balkon sitzen und auf das Wasser schauen 🙂
      Ich wünsche dir viel Spaß in den USA und nochmal vielen Dank für deinen lieben Kommentar, der hat mich wirklich sehr gefreut!

  2. Der Stadtteil Tenderloin ist als Obdachlosen und Armenviertel bekannt und wird Touristen geraten gar nicht zu besuchen. Der Golden Gate Park ist auch noch ein sehr schöner Spot den man sich anschauen sollte.

    1. Vielen Dank für deinen Kommentar! 🙂 Ja, genau das ahben wir dann später auch gelesen. Gehört aber zu San Francisco natürlich ebenfalls dazu und ich fand es gut, diese Seite dann auch nochmal gesehen zu haben.

  3. Das sind wunderschöne Bilder aus San Francisco. Dennoch geht es mir genauso wie Dir, ich habe mein Herz nicht an diese Stadt verloren. Bei meinem ersten Besuch war ich noch begeistert und bin mit einer rosaroten Brille durch die Gegend maschiert. Ich wurde quasi von all den Sehenswürdigkeiten dieser wahnsinns Metropole geblendet. Bei meinem zweiten Besuch sah es dann schon ganz anders aus. Obwohl wir wunderschönes Wetter hatten, hat es mich dieses Mal überhaupt nicht mehr begeistert. Und ein Grund dafür waren auch die vielen Obdachlosen. Das ist wirklich erschreckend. Dennoch wäre auch ich in Zukunft natürlich nicht abgeneigt noch mal nach San Francisco zu reisen 😉
    Liebste Grüße
    Sophia
    http://miss-phiaselle.com/

    1. Danke liebe Sophia für deinen Kommentar! 🙂 Immer wieder interessant, wie man Städte bei unterschiedlichen Reisen nochmal ganz anders wahrnimmt. Der beste Ausgangspunkt, eine Stadt zu erkunden ist meiner Meinung nach sowieso der zweite Anlauf, wenn man schon einmal dort war und Zeit hat, ein bisschen mehr zu sehen als nur die typischen Touristenziele.

  4. Ich bin einverstanden, was die Obdachlosen angeht, mich hat es auch getroffen… und ja, es ist schlimm.
    Aber…
    Die Schönheit der Stadt, die Stimmung, das Kulturleben, das Licht, das Klima, das Essen, die Kunst… Ich habe diese Stadt geliebt, und deine tollen Bilder zeigen auch, warum!

  5. Hey Sonja 🙂

    Das deckt sich ziemlich genau mit meinem Eindruck von San Francisco, ist ja witzig. Wir waren Ende April dort und mir hatten davor immer mal wieder Leute erzählt, dass San Francisco für sie die schönste Stadt der Welt sei. Ich fand es ohne Zweifel schön dort, allein die Lage und Topographie ist weltklasse. Aber die schönste Stadt der Welt ists für mich nicht (wobei ich mich da auch nie festlegen könnte…). Fisherman’s Wharf war übrigens auch am wenigsten mein Fall. Aus den selben Gründen.

    So, ich schau jetzt mal weiter durch deinen Blog. Mal sehen, wie ähnlich eure Route insgesamt war 🙂

    Viele liebe Grüße aus Stuttgart
    Jocy

    1. Ja solche Loblieder bleiben nun mal hängen und dabei vergisst man schnell, dass man natürlich auch selbst einen ganz anderen Eindruck von der Stadt haben kann. Klar, SF ist eine wunderschöne Stadt, aber nicht die schönste der Welt… Zumindest nicht für mich ;).

  6. Sehr schöne Bilder! Von den USA habe ich bisher nur New York und Miami gesehen, aber an die Westküste möchte ich unbedingt auch noch. San Francisco steht dabei auf jeden Fall ganz weit oben auf der Liste.

    Viele Grüße

    Natalie

  7. Toller Beitrag, super Bilder und großes Kompliment für deinen Blog! Ich hab schon öfter Beiträge von dir gelesen und mag deinen Blog echt sehr gerne.
    Und ich kann dir zustimmen – mir ist es exakt genauso gegangen wie dir bei meinem ersten SFO Aufenthalt. Beim 2. Mal war ich aber ziemlich begeistert von der Stadt 🙂

    1. Oooh dankeschön für das liebe Kompliment! Das freut mich aber!!!
      Irgendwann möchte ich auch nochmal nach SF! Oft ist es ja so, dass man erst beim zweiten Mal in einer Stadt die richtig coolen Sachen machen kann, da man alle „Sehenswürdigkeiten“ beim ersten Mal schon abgehakt hat.

      1. Und jetzt kann ich wieder kommentieren – dritter Besuch in San Francisco und mein Herz wird die Stadt wohl nie erobern. Die vielen Obdachlosen, die vielen sehr grusligen Leute und das gewisse Gefuehl des Unwohlsein wenn man durch die (teilweise versifften) Strassen geht ist einfach schon erschreckend. Auch wenn es so viel schoenes gibt, aber aus welchem (undefinierbaren) Grund auch immer kann ich mich in die Stadt nicht so verlieben wie es zB bei London der Fall ist 🙂
        lg Sabi

        1. Liebe Sabrina,
          ich bin gespannt, wie es mir nach meinem nächsten Besuch dort geht. Die Hoffnung habe ich ja noch nicht ganz verloren, aber wie du auch schon sagst, es gibt ja manchmal Städte, da kommt man hin und ist direkt total verliebt. Das hatte ich bei San Francisco eben genau wie du auch nicht.
          xx

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