Shit happens – Pech auf Reisen!

Auf Reisen soll natürlich im besten Fall alles glatt laufen, doch das Leben ist gewiss nicht vorhersehbar und macht das ein oder andere Mal auch die beste Reiseplanung zunichte. Geteiltes Leid ist halbes Leid, weshalb ich euch von einem richtigen Pleitentag auf meiner letzten großen Reise unbedingt einmal erzählen muss.

3:30 Uhr – Der Tag fängt schon nicht gut an

Standort: Miami! Der Wecker klingelt, 3:30 Uhr – ich hätte es wissen sollen, ein Tag der mit einer Uhrzeit vor 7 Uhr morgens startet, kann eigentlich schon nichts Gutes verheißen. Zwar noch müde, aber doch auch gleichzeitig irgendwie beseelt schleppe ich mich aus dem Bett und unter die Dusche.

In ein paar wenigen Stunden werde ich schon wieder in meinem geliebten New York sein. Werde mit den Füßen auf den dreckigen New Yorker Straßen stehen, dem lauten „Klang“ des Big Apple lauschen und den Blick gen Wolkenkratzer richten. Unvergleichbar sind die Gefühle, die die Stadt in mir hervorruft und ein Meer aus Erinnerungen schießt mir jedes Mal durch den Kopf, wenn ich an meine Zeit dort zurückdenke.

Es ist die Vorfreude, die mich in diesen frühen Morgenstunden antreibt. Schnell unter die Dusche also, Zähne putzen, fertig machen. Die Koffer sind bereits gepackt. Der Wagen ist startklar. Über das Valet Parking wurde er am Vortag bereits auf 4.00 Uhr morgens vorbestellt. Los konnte sie also gehen, die Reise ! Tja, wenn das Auto dann vor der Tür gestanden hätte. Ups, Bestellung vergessen! Und von der Rezeptionistin, die unsere Anfrage am Tag zuvor bearbeitet hatte war natürlich nun um 4.00 Uhr nachts weit uns breit keine Spur. Eigentlich halb so wild, immerhin war ein kleiner Zeitpuffer eingeplant. Aber vielleicht kennt ihr ja dieses Gefühl, wenn es zum Flughafen gehen soll und man einfach nicht zu spät kommen möchte.

Kein Pannentag ohne Flugverspätung

Eine halbe Stunde später sitzen wir schließlich im Auto. Oh Mann, hätten wir da bloß schon gewusst, wie der Tag heute enden würde. Weitere dreißig Minuten später hasten wir zu Fuß Richtung Abflugterminal. Aber hey, Moment mal. Was steht da auf der Anzeigetafel neben unserem Flieger nach New York? Sicher ein paar Minuten Verspätung wegen des eisigen Winterwetters in Teilen der USA. Verspätung – ja, ein paar Minuten – nein! Sage und schreibe 10 Stunden delayed steht da auf der Anzeige! Einige Minuten Verspätung sind ja wirklich kein Problem; eine Stunde ebenfalls; ein paar Stunden – kam auch schon mal vor, alles noch zu ertragen. Aber 10 Stunden?? Wow, das ist ja fast ein ganzer Tag! Die Frau am Schalter nickt teilnahmslos, während wir sie noch immer etwas entgeistert anschauen als sie uns erneut die 10 Stunden Verspätung bestätigt. Ein Ersatzflug? Fehlanzeige. Und ob sie uns nicht vielleicht auf die Warteliste setzen könnte für einen der anderen Airlineflüge nach NYC? Klar, direkt hinter die zweiunfünfzig Personen, die bereits vor uns auf diese Idee kamen.

Plan B: Koffer aufgeben und zurück nach Miami. Etwas anderes blieb uns auch kaum übrig. Okay, okay – es könnte Schlimmeres geben als einen weiteren Tag in Miami zu verbringen. Eine interessante Erfahrung war es aber dann schon, um 6.00 Uhr morgens in der Stadt zu stehen, die sich gerade erst schlafen gelegt hat.

Zum Glück gibt’s Kaffee

Den Tag verbringen wir die meiste Zeit in einem netten Kaffee, die Sonne müssen wir leider meiden, da wir uns am Tag zuvor dummerweise einen dicken Sonnenbrand eingeheimst hatten. Es ist auch weniger der weitere Tag in Miami, der mich stört, sondern vielmehr, dass ein ganzer Tag in New York verloren geht. Ärgerlich, wenn eben nur ein paar Tage für die Reise zur Verfügung stehen. Am Nachmittag geht es aber dann schließlich zurück zum Flughafen. Doch auch nach Verstreichen der zehn Stunden hebt der Flieger noch immer nicht ab. Weitere zwei Stunden und eine gehörige Portion Koffein später, geht es dann aber doch endlich Richtung New York und die Uhr zeigt 0.30 als wir endlich in Manhattan stehen. Einen kurzen Augenblick lassen wir die Lichter der Stadt auf uns wirken.

Hello New York! I’ve missed you!

The End – oder doch nicht?

Erschöpft nach beinahe 24 Stunden auf den Beinen erreichen wir unser schönes Hotel und lassen uns müde, aber glücklich ins Bett fallen. Doch ein Pannentag wäre ja kein Pannentag, wenn die Geschichte hier schon zu Ende wäre. Kaum mache ich die Äuglein zu und freue mich, endlich angekommen zu sein, da ertönt ein ohrenbetäubendes Sirenengeräusch durch die Lautsprecheranlage im Hotelzimmer.

„May I have your attention please,…“

höre ich eine indisch klingende Männerstimme sagen. Es gebe einen „Vorfall“, durch den der Feueralarm ausgelöst wurde. Man solle doch bitte das Zimmer verlassen. Gesagt, aber gar nicht mal so einfach getan. Denn das Hotel über die Feuertreppe aus dem 25. Stockwerk aus zu verlassen ist gar nicht mal so einfach, bzw. dauert eben eine gewisse Zeit. Mit hastigen Schritten geht es also die 25 Stockwerke hinunter und ich frage mich dann doch, warum zum Teufel von den unzähligen Hotels in New York ich gerade in dem Hotel mit dem Feueralarm gelandet sein musste. Zum übrigen Tag passte es aber irgendwie und als wir dann schließlich in der Lobby angelangt waren, traten die Feuerwehrmänner bereits wenig später aus dem Aufzug heraus und verkündeten, dass keine Gefahr bestehe und es bloß ein falscher Alarm gewesen sei. Ein bisschen anders zumute wird einem ja dann schon bei dem Gedanken daran in einem so großen Gebäude eingeschlossen zu sein, doch zum Glück war ja nichts passiert, also konnte der Weg nach oben wieder angetreten werden. Dass dies allerdings auch die Hotelgäste der anderen vierzig Stockwerke in genau diesem Moment vorhatten, führte dazu dass die drei Fahrstühle, die bereits in der ersten Fuhre hochgefahren waren in fast jedem Stockwerk anhielten. Es würde ewig dauern, bis wir wieder oben ankommen sein würden, weshalb wir uns dann erneut für den Fußmarsch entschieden. Also wieder 25 Stockwerke nach oben! Ein bisschen Sport hat ja noch nie geschadet, sicher auch nicht um 1.00 Uhr nachts.

Eeendlich oben angekommen hatten wir uns den Schlaf dann aber wirklich verdient – tja, wäre dann nicht schon wieder der Alarm losgegangen! In diesem Augenblick war dann wirklich der Moment gekommen, in dem ich kurzzeitig daran dachte, ungewollte Hauptdarstellerin bei der „Versteckten Kamera“ zu sein. Also wieder rein in die Schuhe und zur Tür hinaus. Gott sei Dank kam dann aber schon die Durchsage, dass dies ein erneuter falscher Alarm sei und doch bitte alle wieder in die Zimmer gehen sollten. Puh, was für ein Mords-Tag!

Heute kann ich mich über den Tag natürlich wieder amüsieren, aber ein bisschen geärgert hatte ich mich währenddessen natürlich schon. Doch es bringt ja nichts, man sollte einfach das beste aus solchen Tagen machen und das Leben nicht zu ernst nehmen. Habt ihr auch schonmal so etwas erlebt? Was sind eure größten Reisepannen?

1 Comment
  1. Liebe Sonja,
    toller Beitrag und schön, dass du uns zeigst, dass nicht alles immer nach Plan laufen kann.

    Das erinnert mich an unsere Ankunft in Bangkok ohne Koffer genau vor einem Jahr – und das bei allen Reisebeteiligten.
    Etwas, mit dem wir überhaupt nicht gerechnet haben. Aber man lernt nie aus und
    versucht dann doch noch, das Beste daraus zu machen.

    Ganz liebe Grüße
    Sabine von
    http://www.moosbrugger-climbing.com

Leave a Reply

Your email address will not be published.

Join The Sunny Side auf Instagram
Tweet Tweet
JOIN THE SUNNY SIDE ON YOUTUBE