Zuletzt aktualisiert am 26.12.2017

New York ist eine Kunst- und Künstlerstadt, die für Kunstliebhaber immer einen Besuch wert ist. Allbekannt sind natürlich die großen Museen wie das MoMA, Guggenheim oder MET, doch auch und gerade die zahlreichen kleinen Kunstgalerien, Ausstellungen und Installationen, die sich über die ganze Stadt erstrecken, tragen dazu bei, dass in New York eine ganz eigene besondere Kunst- und Künstlerszene besteht, die sich stetig weiterentwickelt. 

Und da kann es deshalb auch schon mal vorkommen, dass man sich bei der Wohnungssuche in New York auf einmal inmitten des Studios eines New Yorker Künstlers wiederfindet und gar nicht weiß, welches der vielen tollen Gemälde man sich zuerst anschauen soll … dabei war man doch eigentlich gekommen, um ein Zimmer anzumieten.

Bei diesem besagten Studio handelte es sich um das von Todd Monoghan, einem in Philadelphia geborenen, nun in New York City lebenden Künstlers, der eigentlich einen Abschluss in Business Administration hat. Was ihn bewegt, inspiriert und wie er zur Malerei kam, hat er mir im Rahmen eines Interviews erzählt.

Als Künstler in New York

Wie bist du Künstler geworden? War dies etwas, was du dir schon immer erträumt hast oder ist es vielmehr einfach „irgendwie passiert“?

Meine Mutter ist Künstlerin. Sie war es auch, die mich immer gefördert und mit mir gearbeitet hat. Tatsächlich begann ich daher schon in einem sehr jungen Alter, mit 10 Jahren, mich künstlerisch zu betätigen. Mein Bruder war Holzschnitzer, Jäger und Naturbursche. Wir sind in Delaware aufgewachsen und er liebte es Enten und Gänse zu jagen. Das erste Werk, das ich in Holz schnitzte war daher eine fliegende Kanadagans. Seitdem nahm meine Mutter mich einmal die Woche mit in das eine Stunde weit entfernte Eltkon Maryland, wo ich von Meisterschnitzer Bill Veasey lernen durfte. Mit 11 Jahren gewann ich dann sogar den Titel als US National Woodcarving champion mit einer von mir geschnitzten Stockente. Seitdem habe ich es einfach in mir. 

Als ich schließlich nach New York kam, habe ich mir das exakt gleiche Messer gekauft, welches ich als Kind zum Schnitzen benutzt habe. Ich arbeitete in einem antiken Spielzeugladen in SOHO, in dem es den ersten Farbkopierer in der Gegend gab, weshalb alle Künstler zu uns kamen, um ihre Werke zu kopieren und teilweise auch dort liegen ließen. Ich fing an diese Kopien zu sammeln und verwendete das Schnitzmesser aus meiner Kindheit um innerhalb von 8 Stunden eine Collage zu kreieren…so kam es dass aus einer Collage immer mehr wurden. Irgendwann begann ich, die Collagen zu bemalen und schließlich malte ich nur noch anstatt Collagen zu erstellen. Das erste Gemälde war das „Shri Mona“ welches auf meiner Website unter „early work“ zu finden ist.

Todd Monoghan Kuenstler arbeitet
Todd während der Arbeit in seinem Studio (© Todd Monoghan)
Werk Todd MonoghanTodds erstes Gemälde „Shri Mona“, © Todd Monoghan
 

Wie sieht die Arbeit und das Leben eines Künstlers in New York – einer der interessantesten und schnelllebigsten Städte der Welt – aus?

Mein Leben und meine Arbeit hier in NYC überlappen sich. Meine Arbeit bildet ein Zusammenspiel zwischen meinem Leben und Wirken in der Stadt. Ich mag die Vorstellung, dass wir Künstler eine Art Kanal für unsere Arbeit bilden. Die Energie und die Strömungen dieser Stadt sind einzigartig und fließen durch uns und inspirieren uns.

Als ich dein Studio in New York besucht habe, hatte ich die Gelegenheit einige deiner Werke anzusehen. Ich habe dabei vor allem Collagen und zudem faszinierende Gemälde gesehen, bei denen du als Arbeitsmaterial sogar Eierschalen verwendet hast. Hast du dich auf ein bestimmtes Gebiet spezialisiert oder versucht du deine Art zu malen und zu arbeiten immer wieder neu zu erfinden?

Meine Arbeit und frühere Ausbildung bestand vor allem aus Temperamalerei. Die alten Meister der Kunst verwendeten früher Eierschalen, um die Farbe zu verlängern. Mit der Zeit verwendete ich weniger Temperafarbe, aber blieb bei den Eierschalen um damit nun Textur und Tiefe zu schaffen, etwas was ich durch meine Gemälde erzeugen wollte. 

Wo findest du Inspiration für deine Arbeit?

Ich finde meine Inspiration für meine Arbeit auf ganz unterschiedliche Art und Weise. Yoga, Natur, manchmal durch einen Kunden, der etwas ganz bestimmtes bestellt und das sich dann auf einmal in eine Serie von Werken der gleichen Art entwickelt wie bspw. meine „Stark Expressionism“-Serie an der ich gerade arbeite. 

Hast du irgendwelche Tipps oder einen Rat für junge Künstler, die versuchen in der New Yorker Kunstszene Fuß zu fassen?

Kunst sollte etwas Persönliches sein, eine spirituelle Angelegenheit. Es sollte etwas sein, was dir in deinem Leben weiterhilft, etwas, was dazu beiträgt, dich in umfassender Weise ausdrücken zu können. Ich glaube viele Künstler sind nicht ihr Leben lang künstlerisch tätig, weil sie es wollen, sondern es sogar irgendwie müssen. Mit der Zeit haben sie eine Reihe von Kreationen die sie teilen und ausstellen wollen. Und das ist genau der Zeitpunkt, wenn das Ganze beginnt erst richtig Spaß zu machen.

Ultra Marine Kunstwerk Todd Monoghan„Ultra Marine“, © Todd Monaghan
 Werke aus Todds „Stark Expressionism“-Reihe, © Todd Monaghan
Kunst Todd Monaghan

„America Her History of the United States“, Collage (© Todd Monaghan)

 

Vielen herzlichen Dank für das Interview, Todd! Wenn ihr mehr von Todds Werken sehen möchtet, besucht ihn doch mal auf seiner Facebook- oder Internetseite:

 

– ENGLISH VERSION –


How did you become an artist? Was it something that you always dreamed about or did it somehow just happen?

My mother is an artist and always nurtured and worked with me. I became an artist at a very young age, 10 actually. My brother was a wood carver, a hunter and outdoorsman. We grew up in Delaware and he loved to hunt ducks and geese. The first think I did was carve a flying Canada Goose in wood. From there my mother would take me to Elkton Maryland once a week, an hour drive both ways to study with master carver Bill Veasey. I was the US National Woodcarving champion for a mallard duck drake I carved at 11. From there it was in me.

When I came to New York I brought the exacto knife I used to carve as a kid. I was working at an antique toy store in SOHO that had the first color copier in the area. All the artist in the area would copy their work and leave copies around. I started collection the copies and used the exacto knife from my childhood to create a collage in 8 hours in one day… The collaging grew and grew. I started painting the collages then at some point there was no collage only painting. That first piece was the Shri Mona which you can see on my website under early work.

How does the work and life of an artist in NYC – one of the most interesting and fast-moving cities of the world – look like?”  

My work and life here in NYC are intertwined. My work flows from my life and interactions here in the city. I like to think that as artist we are channels for the work. The energy and flow of this city is like no other in the world and flows through us and inspires us.

While I was visiting your studio in New York, I got the chance to see some of your artwork. I recognized collages and fascinating paintings where you also used eggshells as your working material. Did you specialize in a field of art or are trying to reinvent your style of painting/working as well?

My work and early training was in tempera. The old masters would use tempera to extend the paint with eggs. As time went on I moved away from tempera but continued to use the egg shells to get texture and depth, something that I wanted to achieve in the work.

Where do you find the inspiration for your art?

I find my inspiration for the work in a variety of places. My yoga practice, nature, sometimes through a patron who wants a specific thing that grows into a series like the Stark Expressionism series I am working on now. A lot of time I like to create a situation for controlled accidents that I can flow with and through.

Do you have any tips or a specific advice for young artists who try to enter New York’s art scene?

You have to remember that art should be a personal practice, a spiritual practice. It should be something that helps you in your life, a practice that helps you express yourself in a more expansive way. I think that most life long artist do their practice not because the want to but because they have to. Over time they have a series of creations at which point they have to expose and share them. This is were the real fun begins.

Thanks so much for the interview, Todd! If you’re interested in seeing more of Todd’s artwork, go visit his Facebook- or Webpage:

No Comments Yet

Leave a Reply

Your email address will not be published.

Join The Sunny Side auf Instagram
Tweet Tweet
JOIN THE SUNNY SIDE ON YOUTUBE