Mallorca – Party? Feiern? Raus in die Natur!

Ach Mallorca, viele Jahre habe ich mich davor gedrückt, dich endlich mal kennenzulernen. Nur um dann festzustellen: Hey, eigentlich bist du ja doch ganz cool! Wir alle kennen ihn, den Ruf der Insel, die in den Sommermonaten vor allem für exzessive Besäufnisse, Schlagermusik und riesige Sangriabecher bekannt ist. Abseits von den Schnapsleichen am Ballermann hat die Balearen-Insel aber noch so viel mehr zu bieten. Allem voran eine wunderschöne Natur und malerische Landschaften, die nur darauf warten, erkundet zu werden! Psst… okay, ich gebe es zu – Mallorca, ich habe dich unterschätzt. Ein Blogbeitrag, um es wieder gut zu machen!

Die Mallorca-Lüge

Auch wenn ich vorher immer mal wieder gehört hatte, dass Mallorca eine wundervolle Insel sei, waren die Aussagen doch nie zu mir durchgedrungen. Nie hatte ich das Bedürfnis dort unbedingt hinreisen zu wollen. „Ach, es gibt doch noch so viele andere, (vermeintlich) bessere Reiseziele als das öde Mallorca“, hatte ich mir aus irgendeinem Grund in den Kopf gesetzt. Woher meine, nun ja, nicht wirklich „Abneigung“, aber doch eine ziemlich ausgeprägte Nicht-Begeisterung (um es mal freundlich auszudrücken) der Insel gegenüber kommt, weiß ich noch nicht mal genau. Aber sie war auf jeden Fall da, sodass ich mich doch sehr lange sträubte, Mallorca überhaupt einmal in die nähere Auswahl für eine Reise zu nehmen. Eher zufällig und spontan entwickelte sich dann die Idee mit ein paar Freunden in die Sonne zu fliegen. Doch wie wir doch alle wissen: spontane Ideen sind meist die besten und so kam es, dass wir beim nächstbesten Schnäppchen zugriffen und ich mich nur wenig später schon im Flieger in Richtung der spanischen Insel befand.

Du hübsches Palma

In meiner Kindheit habe ich einige wunderbare Urlaube auf dem spanischen Festland verbracht und die Spanier, ihre Kultur und Mentalität kennen und lieben gelernt. Mein erster Spaziergang durch das hübsche Palma mit seinen vielen kleinen Gässchen, Boutiquen und dem mediterranen Flair versetzte mich dadurch fast ein bisschen in meine Kindheit zurück. Auch wenn es an vielen Stellen doch sehr touristisch ist, so findet man sie, die einsamen Gassen, die gefüllt sind mit dem Klang der spanischen Sprache, in der sich zwei mallorquinische Obsthändler angeregt miteinander unterhalten. Viel zu selten schnappt man hier leider meiner Meinung nach spanisches Wirrwarr auf, denn selbst wenn man oftmals auf Spanisch angesprochen wird, so versteht doch irgendwie jeder Deutsch. Kein Wunder, bei den mehreren Millionen Deutschen Touristen, die die Insel im Jahr besuchen. Sogar deutsches Inselradio gibt es hier. Vielleicht ein Grund, warum mich die Insel bislang so sehr als Reiseziel abgeschreckt hat, denn das ein oder andere Mal habe sogar ich mich dabei erwischt, dass ich mich fast gar nicht wie im Ausland fühlte. Zum Glück verflog das Gefühl aber schnell bei einem Gespräch mit Mary, einer Australierin, die vor vielen Jahren nach Mallorca gezogen und nun eine kleine Boutique in Palma eröffnet hatte. Sie erzählt mir mit einer solchen Begeisterung von ihrem Leben auf der Insel und wie wohl sie sich seit Jahren hier fühlt, dass ich gar nicht anders konnte, als mich von ihrer Freude anstecken zu lassen.

Schön wie ein Gemälde

Ein Auto muss her. Urlaube nur an einem Ort zu verbringen, ist absolut nichts für mich. Die Entdeckungslust ist viel zu groß, weshalb das Auto schnell gemietet und der Norden der Insel erkundet wird. Bis zum nördlichsten Punkt der Baleareninsel soll es gehen, dem Cap Formentor. Über enge, kurvenreiche Straßen führt uns der Weg bis hin zum Leuchtturm am Cap, von dem man einen grandiosen Blick auf die darunter liegenden Buchten hat. Wunderschön erstreckt sich die Landschaft hier vor dem eigenen Auge und könnte genauso gut einem Gemälde entsprungen sein, so schön passen die Farben des Wassers, die der Berge und des Himmels zueinander. Zahlreiche kleine, teils versteckte Buchten mit wenig überlaufenen Stränden befinden sich unweit der kurvenreichen Straße und wer keine Scheu davor hat, ein paar Schritte durch die Natur zu spazieren, der sollte das Auto einfach mal abstellen und den Weg zum kristallklaren Wasser hinuntergehen. In Ruhe kann man hier verweilen, eine Runde durch das kühle Wasser schwimmen und kleinere Schnorcheltouren unternehmen. Überrascht hat mich diese Schönheit der Natur und im Nu war sie verflogen, meine vermeintliche „Abneigung“ gegen die Balearen-Insel. Weit weg waren die vielen Touristen und nur noch ganz entfernt hörte ich das deutsche Inselradio in meinen Ohren klingen.

Allein in der Natur, allein mit der Natur. Immer noch die für mich beste Art, ein neues Reiseziel kennenzulernen.

Mallorca, ich komme wieder. Ohne Vorurteile, negative Presse und Aversionen. Dafür mit einer großen Portion Abenteuerlust, um dich schöne Insel noch viel länger, ausgiebiger, gründlicher erkunden zu können. Nicht nur ein tolles, neues Reiseziel habe ich entdecken dürfen, sondern einmal mehr für mich gelernt, dass man so viele verschiedene Geschichten über eine Destination hören und so viele Fotos anschauen kann, wie man möchte – am Besten ist es noch immer, sich einfach sein eigenes Bild davon zu machen.

Ward ihr schon einmal auf Mallorca? Wie hat es euch gefallen?

Sonja

Born and raised in Germany hat es Sonja bereits mehrmals in die Ferne gezogen. Gelebt und gearbeitet hat sie dabei unter anderem schon im sonnigen Australien und zuletzt in der Weltmetropole New York. Neben dem Schreiben ist das Fotografieren eine ihrer größten Leidenschaften und wo ginge das schon besser als rund um den Globus? Du willst noch mehr erfahren? Hier geht’s lang!

4 Comments
  1. Das sind so schöne Fotos meiner liebsten Insel 🙂 Ich frage mich wirklich immer woher diese fiesen Vorurteile gegenüber Mallorca kommen. Natürlich hat die Insel auch weniger schöne Ecken, aber wenn man diese umgeht, ist es einfach nur traumhaft schön! Freut mich, dass Mallorca Dich scheinbar auch überzeugen konnte 😉
    Liebste Grüße,
    Sophia
    http://miss-phiaselle.com/

Leave a Reply

Your email address will not be published.